Seitenstechen Fast jeder kennt es, doch die Ursachen sind noch nicht völlig geklärt. Tipps für schnelle Abhilfe Kinder und Jugendliche bekommen oft Seitenstechen. Ein Grund: Sie wärmen sich nicht auf, sondern laufen einfach los. Aber auch Erwachsene sind vor dem Zwicken unterhalb des Rippenbogens nicht sicher. Falsches, also flaches, unrhythmisches Atmen führt bei längeren körperlichen Aktivitäten zu Seitenstechen. Das Problem verschwindet aber meist mit steigender Kondition und verbessertem Trainingszustand von alleine. Die Stiche sind schmerzhaft, aber in der Regel harmlos. Allerdings können sich hinter dem fiesen Ziehen ernstere Beschwerden verbergen. Linksseitiges Stechen kann durchaus ein Hinweis auf Herzdurchblutungsstörungen sein. Auch Magen- und Darmbeschwerden können als Seitenstechen fehl interpretiert werden. Im Zweifelsfall sollten Betroffene die Symptome von einem Arzt überprüfen lassen. Verschiedene Theorien Was genau die unliebsame Begleiterscheinung beim Joggen, Radfahren oder Schwimmen auslöst, ist bis heute nicht hundertprozentig geklärt. Eine eindeutige Ursache gibt es nicht, vielmehr werden mehrere Faktoren als Auslöser diskutiert. Eine Theorie geht davon aus, dass beim Seitenstechen verschiedene Organe wie Leber, Milz, Magen sowie Darm nicht ausreichend durchblutet werden. So könnte beispielsweise anstrengender Ausdauersport, bei dem das Blut vor allem für die stark arbeitende Muskulatur beansprucht wird, zeitweise zu einer Unterversorgung der Leber führen und dadurch einen Spannungsschmerz in der Leberkapsel hervorrufen. Das würde erklären, warum die Stiche oft auf der rechten Seite auftreten. Auch eine mangelnde Durchblutung des Darms gilt als mögliche Ursache für die Beschwerden, in diesem Fall wären Gase, hervorgerufen durch Darmkrämpfe, schuld am Ziepen unter dem Brustkorb. Nicht mit vollem Magen sporteln Die bevorzugte Annahme unter Sportmedizinern ist jedoch, dass eine Fehlbelastung des Zwerchfells - unser wichtigster Atemmuskel - zu den Stichen führt. Möglicherweise wird dies unterstützt durch falsche Ess- und Trinkgewohnheiten. Wer Seitenstechen vorbeugen möchte, sollte deshalb nicht mit vollem Magen trainieren. Die Verdauungsorgane stehen nämlich in direkter Verbindung zum Zwerchfell, das von gefüllten Organen mächtig strapaziert wird. Als Faustregel gilt: ein bis zwei Stunden vor der körperlichen Betätigung nichts Schweres essen. Trinken ist dagegen erlaubt, vor sportlichen Aktivitäten sogar empfehlenswert. Die Getränke sollten aber nicht zu kalt sein und keine Kohlensäure enthalten. Langsames Aufwärmen sowie bequeme Kleidung, die eine unbehinderte Atmung zulässt, tragen ebenfalls dazu bei, dass Seitenstechen erst gar nicht entsteht. Zudem sollten besonders Jogger auf die richtige Körperhaltung achten. Viele Laufanfänger nehmen beim Joggen die Arme zu hoch, was zu muskulären Verspannungen im Schulterbereich führen kann und häufig von Seitenstechen begleitet wird. Schnelle Hilfe Bei Seitenstechen gilt: Das Tempo sofort reduzieren oder gleich eine Pause einlegen und ganz bewusst in den Bauch hinein atmen. Tief einatmen, so dass sich der Bauch nach vorne wölbt. Beim Ausatmen den Bauch nach innen ziehen. So verschwinden die Beschwerden schneller. Chronischer Leistenschmerz Im Sport ist man auf vielfältige Weise mit Beschwerden in der Leistenregion konfrontiert. Je nach Sportart und Belastungsform, kommen mehr oder weniger typische Verletzungs- oder Überlastungsmuster vor. Die meisten Sportler mit der typischen Sportlerleiste sind Fußballspieler, Handballspieler, Hockeyspieler, Hürdenläufer, aber auch Tri-Athleten und Marathon-Läufer gehören dazu. Sportler, die unter anhaltendem Leistenschmerz leiden, sollten sich in die Behandlung eines spezialisierten Sportmediziners begeben. Unter der Leistenregion wird klassischerweise die Unterbauchregion bezeichnet, die nach caudal (nach unten) durch das Leistenband, medial (zur Mitte hin) den Rand des M. rectus abdominis und lateral (zur Seite hin) vom Beckenkamm und einer etwa eine handbreit oberhalb des Leistenbandes verlaufenden Linie begrenzt wird. Im Alltag wird häufig die Region des Ansatzes der Adduktorenmuskulatur (Muskulatur der Oberschenkelinnenseite)  am os pubis (Schambein) zur erweiterten Leistenregion hinzu gerechnet. Der chronische Leistenschmerz tritt sehr häufig bei Sportlern auf. Unter einem chronischen Leistenschmerz wird ein länger als 6 Monate anhaltender Schmerz in der Leistenregion bezeichnet. In der wissenschaftlichen Literatur spricht man von einem long standing groin pain (LSGP), wenn dieser länger als 2 Monate anhält.   Chronischer Leistenschmerz kann viele Ursachen haben Hinter dem chronischen Leistenschmerz können sich eine Vielzahl von Erkrankungen verbergen, da die Leistenregion häufig eine Projektionsfläche für andere Störungen darstellt.Bei der ersten Untersuchung des Sportlers sind zunächst unterschiedliche Beeinträchtigungen und Veränderungen in der Leistenregion abzugrenzen, die sich zwar auf die Leiste und den Leistenkanal projizieren, ihren Ursprung aber in benachbarten Strukturen haben. Hierzu zählen: Muskelfaserrisse oder Zerrungen der Oberschenkel-, Hüftbeuger- oder Bauchmuskulatur, die Zerrung der Adduktoren-Muskulatur mit chronischen Schmerzen an ihren Ansätzen am Schambeinknochen, Ermüdungsbrüche oder Ausrisse von Muskelansätzen im Becken und Hüftbereich, Überlastung, Entzündung oder Knorpelschäden im Hüftgelenk, Nervenreizungen mit Ausstrahlung in die Leiste bei Fehlhaltungen oder Schäden an der Wirbelsäule, Krankhafte Veränderungen im Genitalbereich beim männlichen Athleten, Typische Leistenbrüche (Hernien) mit sicht- oder tastbarem Bruchsack. Bei Sportlern mit Leistenschmerzen findet sich oft eine weitere Veränderung, die erst in Untersuchungen der letzten Jahre vermehrt Beachtung gefunden hat und nun weitgehend geklärt ist. Besonders in der englischen Literatur hat sich der Begriff der „Sportsmen’s Hernia“ etabliert. Der Begriff einer „weichen Leiste“ kommt den heute vorliegenden Untersuchungsergebnissen am nächsten. Es handelt sich um eine durch die sportliche Belastung erzeugte Schwächung der Hinterwand des Leistenkanals, der entscheidenden Struktur für die Stabilität der Bauchdecke in dieser Region. Diese Hinterwand besteht aus faserigem Bindegewebe und nicht aus Muskelschichten. Sie kann also nicht durch Muskelaufbau oder ein besonderes Training gestärkt oder stabilisiert werden. Bedingt durch die besondere Anatomie dieser Region mit dem hier durchtretenden Samenstrang ist vorwiegend der männliche Athlet betroffen. Ungeachtet einer meist hervorragend entwickelten Bauchmuskulatur entsteht in den muskelfreien Fascienanteilen der Leistenregion eine Gewebeschwäche. Erhöht sich dann durch eine plötzliche und kraftvolle Muskelanspannung der Druck im Innern der Bauchhöhle, kommt es zu einer Vorwölbung der muskelfreien Wandschicht. Über diese Struktur verlaufen Nerven, die nun ebenfalls gedehnt und somit gereizt werden. Vorwiegend ist der ramus genitalis (er zieht innen an der Bauchwand zum Leistenkanal und gelangt durch diesen nach außen. Er versorgt die Haut der Leistengegend und den Hodensack bzw. die großen Schamlippen sensibel und den Musculus cremaster (Hodenheber) motorisch) des nervus genitofemoralis (er zieht mit der Arteria (Oberschenkelarterie) und Vena femoralis (Oberschenkelvene) durch die Lacuna vasorum (Muskelpforte) an die Innenseite des Oberschenkels. Er versorgt die rumpfnahe Innenseite des Oberschenkels sensibel) betroffen. Durch seine Dehnung entsteht der für die Sportlerleiste typische und äußerst unangenehme Nervenschmerz, der in den Genitalbereich und sogar bis in den Hoden ausstrahlen kann. Da bei der Sportler-Leiste nicht der übliche Bruchsack oder die Aufweitung des Leistenkanals zu erwarten ist, gelingt der Nachweis dieser Veränderung selten mit aufwendigen technischen Untersuchungsmethoden wie Sonographie, CT oder Kernspintomographie. Alleine die genaue Kenntnis der Leisten-Anatomie und die manuelle Untersuchung durch den erfahrenen Leisten-Chirurgen führen zur richtigen Diagnose.   Diagnostik Der Nachweis einer Sportler-Leiste gelingt nicht durch eine Blick-Diagnostik oder eine „Drei-Minuten-Untersuchung“. Am Anfang steht eine genaue Anamnese-Erhebung (systematische Befragung), die eine Beurteilung der sporttypischen Bauchdecken-Belastung mit einschließt. Zunächst müssen die differential-diagnostisch (andere denkbare Diagnosen betreffend)  in Betracht kommenden Veränderungen in der Leistenregion abgegrenzt bzw. ausgeschlossen werden. Die klinische Untersuchung durch einen auf die typischen Veränderungen der Leistenregion von Sportlern spezialisierten Chirurgen steht immer im Vordergrund. Untersuchungen mit großem technischem Aufwand führen selten zur richtigen Diagnose. So wird beispielsweise eine Kernspintomographie in völlig ruhiger, unbeweglicher Rückenlage durchgeführt. Die Bauchdecke muss dabei sogar entspannt bleiben, um keine Verwacklungs-Artefakte zu erzeugen. Eine Schwäche mit Vorwölbung der Hinterwand des Leistenkanals kann auf diese Weise also gar nicht nachgewiesen werden. Die Veränderung ist nur „in Aktion“ erkennbar.   Unfallmechanismus Für die Sportler-Leiste gilt ebenso wie für die Entwicklung des typischen Leistenbruches, dass nicht eine plötzlich einwirkende Gewalt zu der Schädigung führt, sondern dass sich langsam aber sicher eine Gewebeschwäche in der Leisten-Region entwickelt. Einen eigentlichen Unfallmechanismus gibt es also nicht. Auch für die Entstehung des typischen Leistenbruchs haben die Ursachenforschungen der letzten Jahre einen von Mensch zu Mensch unterschiedlichen Gewebefaktor nachgewiesen, der gerade beim jungen und möglicherweise gut trainierten Patienten zu einer Schwächung und Aufdehnung des Bindegewebes führen kann. Da oftmals eine heftige Gewalteinwirkung wie Pressen, Husten oder ruckartige Muskelanspannung den Bruch erstmals hervortreten lässt, hat sich bis heute der Begriff eines „Geweberisses“ gehalten. Dies lässt sich aber nach heutigem Kenntnisstand nicht aufrechterhalten. Der Prozess der Gewebeveränderung verläuft relativ langsam. Erst wenn das Bindegewebe eine kritische Stabilität erreicht hat, kommt es zur plötzlichen Ausstülpung des Bruchsackes. Im besonderen Fall der Sportlerleiste ist diese Bindegewebeschwäche nicht nach Außen sichtbar. Die Vorwölbung der Hinterwand des Leistenkanals wird vom Athleten durch die simultane Nervendehnung als Schmerz wahrgenommen und ist nur für den Untersucher tastbar.   Therapie Bis vor kurzem war die Therapie auf Maßnahmen  wie Antiphlogistica-Gaben (Entzündungshemmer) , Wärmeanwendungen und längerfristige Sportpausen beschränkt. Einige auf Leisten-Chirurgie spezialisierte Operateure vermelden Erfolge in der Beseitigung der typischen Beschwerden durch eine offene Freilegung der Leiste mit Verstärkung der geschwächten Hinterwand des Leistenkanals. Bei diesem Eingriff werden die hier gereizten Nerven verlegt bzw. reseziert (entfernt) und die Bindegewebswand durch Naht gestrafft. In der Heilungsphase kann schon sehr früh wieder mit einfachem Training begonnen werden. Der Sportler kann oft nach ein bis zwei Wochen wieder zu seinem Training in vollem Umfang zurückkehren. Das OP-Verfahren verzichtet bewusst auf die Implantation von Fremdmaterial. Es ist besonders für den jugendlichen Sportler geeignet, dessen Bindegewebe allgemein noch straff ist. Diese OP-Technik wird Minimal Repair genannt und vorwiegend beim jungen Sportler angewendet. Mittlerweile zeigen von verschiedenen Zentren durchgeführte Untersuchungen, dass die minimal invasive OP-Technik (operativer Eingriff mit kleinster Verletzung von Haut und Weichteilen) ebenfalls gute Ergebnisse liefert: die laparoskopische Stabilisierung (kleiner Schnitt) der Leistenhinterwand durch Implantation eines hochwertigen Kunststoffgewebes. Es handelt sich um die Leisten-Reparation in der so genannten Schlüsselloch-Technik. Bei dieser Operationstechnik wird die Leistenregion von Innen angegangen – also von dort, wo die geschwächte Geweberegion direkt und ohne Umwege erreicht werden kann. Im Vergleich zum Minimal Repair wird auch hier die Verstärkung der sich vorwölbenden Leistenkanal-Hinterwand angestrebt - allerdings nicht mit eigenem Gewebe, sondern mit einem Netzimplantat. Natürlich ist auch diese OP nicht ganz ohne Risiken, die Gefahr einer Schädigung der betroffenen Nervenbahnen oder der Samenstranggebilde, die zum Hoden ziehen, ist aber auf jeden Fall deutlich geringer, da sie nicht direkt im OP-Gebiet liegen; der Samenstrang muss auch nicht ausgelöst oder unterfahren werden. Besonders schonend ist die von einigen Spezialisten erprobte Methode, die Kunststoffnetze nicht mit Tackern an der inneren Bauchwand zu befestigen sondern das Material sozusagen „aufzukleben“. Besonders bewährt hat sich die Verwendung ultraleichter, mit Titan bedampfter Kunststoffgewebe. Durch ihre hydrophilen Eigenschaften kann oft auch auf den Einsatz von Fibrinkleber (Gewebekleber) verzichtet werden. Die vorgestellten Untersuchungsergebnisse haben gezeigt, dass diese eingesetzten Materialien eine minimale Fremdkörperreaktion und die geringste Schrumpfungstendenz aufweisen. Nach heutigem Studienstand lässt sich die Sportlerleiste sowohl durch ein OP-Verfahren mit Schnitt, als auch durch eine Reparatur der Leistenwand von innen in der laproskopischen Technik erfolgreich behandeln. Beim jüngeren Athleten wird man oft auf das Minimal Repair-Verfahren zurückgreifen, da es ohne Fremdmaterial (Netzimplantat) auskommt. Der etwas ältere Sportler profitiert eher vom laparoskopischen Verfahren. Abschließend sollte darauf hingewiesen werden, dass in einzelnen Fällen durch eine lang anhaltende Reizung der Leisten-Nerven ein „Schmerzgedächtnis“ entstehen kann , dass auch nach erfolgreicher Leistenstabilisierung nur langsam abgebaut werden kann.
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Seitenstechen Fast jeder kennt es, doch die Ursachen sind noch nicht völlig geklärt. Tipps für schnelle Abhilfe Kinder und Jugendliche bekommen oft Seitenstechen. Ein Grund: Sie wärmen sich nicht auf, sondern laufen einfach los. Aber auch Erwachsene sind vor dem Zwicken unterhalb des Rippenbogens nicht sicher. Falsches, also flaches, unrhythmisches Atmen führt bei längeren körperlichen Aktivitäten zu Seitenstechen. Das Problem verschwindet aber meist mit steigender Kondition und verbessertem Trainingszustand von alleine. Die Stiche sind schmerzhaft, aber in der Regel harmlos. Allerdings können sich hinter dem fiesen Ziehen ernstere Beschwerden verbergen. Linksseitiges Stechen kann durchaus ein Hinweis auf Herzdurchblutungsstörungen sein. Auch Magen- und Darmbeschwerden können als Seitenstechen fehl interpretiert werden. Im Zweifelsfall sollten Betroffene die Symptome von einem Arzt überprüfen lassen. Verschiedene Theorien Was genau die unliebsame Begleiterscheinung beim Joggen, Radfahren oder Schwimmen auslöst, ist bis heute nicht hundertprozentig geklärt. Eine eindeutige Ursache gibt es nicht, vielmehr werden mehrere Faktoren als Auslöser diskutiert. Eine Theorie geht davon aus, dass beim Seitenstechen verschiedene Organe wie Leber, Milz, Magen sowie Darm nicht ausreichend durchblutet werden. So könnte beispielsweise anstrengender Ausdauersport, bei dem das Blut vor allem für die stark arbeitende Muskulatur beansprucht wird, zeitweise zu einer Unterversorgung der Leber führen und dadurch einen Spannungsschmerz in der Leberkapsel hervorrufen. Das würde erklären, warum die Stiche oft auf der rechten Seite auftreten. Auch eine mangelnde Durchblutung des Darms gilt als mögliche Ursache für die Beschwerden, in diesem Fall wären Gase, hervorgerufen durch Darmkrämpfe, schuld am Ziepen unter dem Brustkorb. Nicht mit vollem Magen sporteln Die bevorzugte Annahme unter Sportmedizinern ist jedoch, dass eine Fehlbelastung des Zwerchfells - unser wichtigster Atemmuskel - zu den Stichen führt. Möglicherweise wird dies unterstützt durch falsche Ess- und Trinkgewohnheiten. Wer Seitenstechen vorbeugen möchte, sollte deshalb nicht mit vollem Magen trainieren. Die Verdauungsorgane stehen nämlich in direkter Verbindung zum Zwerchfell, das von gefüllten Organen mächtig strapaziert wird. Als Faustregel gilt: ein bis zwei Stunden vor der körperlichen Betätigung nichts Schweres essen. Trinken ist dagegen erlaubt, vor sportlichen Aktivitäten sogar empfehlenswert. Die Getränke sollten aber nicht zu kalt sein und keine Kohlensäure enthalten. Langsames Aufwärmen sowie bequeme Kleidung, die eine unbehinderte Atmung zulässt, tragen ebenfalls dazu bei, dass Seitenstechen erst gar nicht entsteht. Zudem sollten besonders Jogger auf die richtige Körperhaltung achten. Viele Laufanfänger nehmen beim Joggen die Arme zu hoch, was zu muskulären Verspannungen im Schulterbereich führen kann und häufig von Seitenstechen begleitet wird. Schnelle Hilfe Bei Seitenstechen gilt: Das Tempo sofort reduzieren oder gleich eine Pause einlegen und ganz bewusst in den Bauch hinein atmen. Tief einatmen, so dass sich der Bauch nach vorne wölbt. Beim Ausatmen den Bauch nach innen ziehen. So verschwinden die Beschwerden schneller. Chronischer Leistenschmerz Im Sport ist man auf vielfältige Weise mit Beschwerden in der Leistenregion konfrontiert. Je nach Sportart und Belastungsform, kommen mehr oder weniger typische Verletzungs- oder Überlastungsmuster vor. Die meisten Sportler mit der typischen Sportlerleiste sind Fußballspieler, Handballspieler, Hockeyspieler, Hürdenläufer, aber auch Tri-Athleten und Marathon-Läufer gehören dazu. Sportler, die unter anhaltendem Leistenschmerz leiden, sollten sich in die Behandlung eines spezialisierten Sportmediziners begeben. Unter der Leistenregion wird klassischerweise die Unterbauchregion bezeichnet, die nach caudal (nach unten) durch das Leistenband, medial (zur Mitte hin) den Rand des M. rectus abdominis und lateral (zur Seite hin) vom Beckenkamm und einer etwa eine handbreit oberhalb des Leistenbandes verlaufenden Linie begrenzt wird. Im Alltag wird häufig die Region des Ansatzes der Adduktorenmuskulatur (Muskulatur der Oberschenkelinnenseite)  am os pubis (Schambein) zur erweiterten Leistenregion hinzu gerechnet. Der chronische Leistenschmerz tritt sehr häufig bei Sportlern auf. Unter einem chronischen Leistenschmerz wird ein länger als 6 Monate anhaltender Schmerz in der Leistenregion bezeichnet. In der wissenschaftlichen Literatur spricht man von einem long standing groin pain (LSGP), wenn dieser länger als 2 Monate anhält.   Chronischer Leistenschmerz kann viele Ursachen haben Hinter dem chronischen Leistenschmerz können sich eine Vielzahl von Erkrankungen verbergen, da die Leistenregion häufig eine Projektionsfläche für andere Störungen darstellt.Bei der ersten Untersuchung des Sportlers sind zunächst unterschiedliche Beeinträchtigungen und Veränderungen in der Leistenregion abzugrenzen, die sich zwar auf die Leiste und den Leistenkanal projizieren, ihren Ursprung aber in benachbarten Strukturen haben. Hierzu zählen: Muskelfaserrisse oder Zerrungen der Oberschenkel-, Hüftbeuger- oder Bauchmuskulatur, die Zerrung der Adduktoren-Muskulatur mit chronischen Schmerzen an ihren Ansätzen am Schambeinknochen, Ermüdungsbrüche oder Ausrisse von Muskelansätzen im Becken und Hüftbereich, Überlastung, Entzündung oder Knorpelschäden im Hüftgelenk, Nervenreizungen mit Ausstrahlung in die Leiste bei Fehlhaltungen oder Schäden an der Wirbelsäule, Krankhafte Veränderungen im Genitalbereich beim männlichen Athleten, Typische Leistenbrüche (Hernien) mit sicht- oder tastbarem Bruchsack. Bei Sportlern mit Leistenschmerzen findet sich oft eine weitere Veränderung, die erst in Untersuchungen der letzten Jahre vermehrt Beachtung gefunden hat und nun weitgehend geklärt ist. Besonders in der englischen Literatur hat sich der Begriff der „Sportsmen’s Hernia“ etabliert. Der Begriff einer „weichen Leiste“ kommt den heute vorliegenden Untersuchungsergebnissen am nächsten. Es handelt sich um eine durch die sportliche Belastung erzeugte Schwächung der Hinterwand des Leistenkanals, der entscheidenden Struktur für die Stabilität der Bauchdecke in dieser Region. Diese Hinterwand besteht aus faserigem Bindegewebe und nicht aus Muskelschichten. Sie kann also nicht durch Muskelaufbau oder ein besonderes Training gestärkt oder stabilisiert werden. Bedingt durch die besondere Anatomie dieser Region mit dem hier durchtretenden Samenstrang ist vorwiegend der männliche Athlet betroffen. Ungeachtet einer meist hervorragend entwickelten Bauchmuskulatur entsteht in den muskelfreien Fascienanteilen der Leistenregion eine Gewebeschwäche. Erhöht sich dann durch eine plötzliche und kraftvolle Muskelanspannung der Druck im Innern der Bauchhöhle, kommt es zu einer Vorwölbung der muskelfreien Wandschicht. Über diese Struktur verlaufen Nerven, die nun ebenfalls gedehnt und somit gereizt werden. Vorwiegend ist der ramus genitalis (er zieht innen an der Bauchwand zum Leistenkanal und gelangt durch diesen nach außen. Er versorgt die Haut der Leistengegend und den Hodensack bzw. die großen Schamlippen sensibel und den Musculus cremaster (Hodenheber) motorisch) des nervus genitofemoralis (er zieht mit der Arteria (Oberschenkelarterie) und Vena femoralis (Oberschenkelvene) durch die Lacuna vasorum (Muskelpforte) an die Innenseite des Oberschenkels. Er versorgt die rumpfnahe Innenseite des Oberschenkels sensibel) betroffen. Durch seine Dehnung entsteht der für die Sportlerleiste typische und äußerst unangenehme Nervenschmerz, der in den Genitalbereich und sogar bis in den Hoden ausstrahlen kann. Da bei der Sportler-Leiste nicht der übliche Bruchsack oder die Aufweitung des Leistenkanals zu erwarten ist, gelingt der Nachweis dieser Veränderung selten mit aufwendigen technischen Untersuchungsmethoden wie Sonographie, CT oder Kernspintomographie. Alleine die genaue Kenntnis der Leisten-Anatomie und die manuelle Untersuchung durch den erfahrenen Leisten-Chirurgen führen zur richtigen Diagnose.   Diagnostik Der Nachweis einer Sportler-Leiste gelingt nicht durch eine Blick- Diagnostik oder eine „Drei-Minuten-Untersuchung“. Am Anfang steht eine genaue Anamnese-Erhebung (systematische Befragung), die eine Beurteilung der sporttypischen Bauchdecken-Belastung mit einschließt. Zunächst müssen die differential-diagnostisch (andere denkbare Diagnosen betreffend)  in Betracht kommenden Veränderungen in der Leistenregion abgegrenzt bzw. ausgeschlossen werden. Die klinische Untersuchung durch einen auf die typischen Veränderungen der Leistenregion von Sportlern spezialisierten Chirurgen steht immer im Vordergrund. Untersuchungen mit großem technischem Aufwand führen selten zur richtigen Diagnose. So wird beispielsweise eine Kernspintomographie in völlig ruhiger, unbeweglicher Rückenlage durchgeführt. Die Bauchdecke muss dabei sogar entspannt bleiben, um keine Verwacklungs-Artefakte zu erzeugen. Eine Schwäche mit Vorwölbung der Hinterwand des Leistenkanals kann auf diese Weise also gar nicht nachgewiesen werden. Die Veränderung ist nur „in Aktion“ erkennbar.   Unfallmechanismus Für die Sportler-Leiste gilt ebenso wie für die Entwicklung des typischen Leistenbruches, dass nicht eine plötzlich einwirkende Gewalt zu der Schädigung führt, sondern dass sich langsam aber sicher eine Gewebeschwäche in der Leisten-Region entwickelt. Einen eigentlichen Unfallmechanismus gibt es also nicht. Auch für die Entstehung des typischen Leistenbruchs haben die Ursachenforschungen der letzten Jahre einen von Mensch zu Mensch unterschiedlichen Gewebefaktor nachgewiesen, der gerade beim jungen und möglicherweise gut trainierten Patienten zu einer Schwächung und Aufdehnung des Bindegewebes führen kann. Da oftmals eine heftige Gewalteinwirkung wie Pressen, Husten oder ruckartige Muskelanspannung den Bruch erstmals hervortreten lässt, hat sich bis heute der Begriff eines „Geweberisses“ gehalten. Dies lässt sich aber nach heutigem Kenntnisstand nicht aufrechterhalten. Der Prozess der Gewebeveränderung verläuft relativ langsam. Erst wenn das Bindegewebe eine kritische Stabilität erreicht hat, kommt es zur plötzlichen Ausstülpung des Bruchsackes. Im besonderen Fall der Sportlerleiste ist diese Bindegewebeschwäche nicht nach Außen sichtbar. Die Vorwölbung der Hinterwand des Leistenkanals wird vom Athleten durch die simultane Nervendehnung als Schmerz wahrgenommen und ist nur für den Untersucher tastbar.   Therapie Bis vor kurzem war die Therapie auf Maßnahmen  wie Antiphlogistica- Gaben (Entzündungshemmer) , Wärmeanwendungen und längerfristige Sportpausen beschränkt. Einige auf Leisten-Chirurgie spezialisierte Operateure vermelden Erfolge in der Beseitigung der typischen Beschwerden durch eine offene Freilegung der Leiste mit Verstärkung der geschwächten Hinterwand des Leistenkanals. Bei diesem Eingriff werden die hier gereizten Nerven verlegt bzw. reseziert (entfernt) und die Bindegewebswand durch Naht gestrafft. In der Heilungsphase kann schon sehr früh wieder mit einfachem Training begonnen werden. Der Sportler kann oft nach ein bis zwei Wochen wieder zu seinem Training in vollem Umfang zurückkehren. Das OP-Verfahren verzichtet bewusst auf die Implantation von Fremdmaterial. Es ist besonders für den jugendlichen Sportler geeignet, dessen Bindegewebe allgemein noch straff ist. Diese OP- Technik wird Minimal Repair genannt und vorwiegend beim jungen Sportler angewendet. Mittlerweile zeigen von verschiedenen Zentren durchgeführte Untersuchungen, dass die minimal invasive OP-Technik (operativer Eingriff mit kleinster Verletzung von Haut und Weichteilen) ebenfalls gute Ergebnisse liefert: die laparoskopische Stabilisierung (kleiner Schnitt) der Leistenhinterwand durch Implantation eines hochwertigen Kunststoffgewebes. Es handelt sich um die Leisten-Reparation in der so genannten Schlüsselloch-Technik. Bei dieser Operationstechnik wird die Leistenregion von Innen angegangen – also von dort, wo die geschwächte Geweberegion direkt und ohne Umwege erreicht werden kann. Im Vergleich zum Minimal Repair wird auch hier die Verstärkung der sich vorwölbenden Leistenkanal-Hinterwand angestrebt - allerdings nicht mit eigenem Gewebe, sondern mit einem Netzimplantat. Natürlich ist auch diese OP nicht ganz ohne Risiken, die Gefahr einer Schädigung der betroffenen Nervenbahnen oder der Samenstranggebilde, die zum Hoden ziehen, ist aber auf jeden Fall deutlich geringer, da sie nicht direkt im OP-Gebiet liegen; der Samenstrang muss auch nicht ausgelöst oder unterfahren werden. Besonders schonend ist die von einigen Spezialisten erprobte Methode, die Kunststoffnetze nicht mit Tackern an der inneren Bauchwand zu befestigen sondern das Material sozusagen „aufzukleben“. Besonders bewährt hat sich die Verwendung ultraleichter, mit Titan bedampfter Kunststoffgewebe. Durch ihre hydrophilen Eigenschaften kann oft auch auf den Einsatz von Fibrinkleber (Gewebekleber) verzichtet werden. Die vorgestellten Untersuchungsergebnisse haben gezeigt, dass diese eingesetzten Materialien eine minimale Fremdkörperreaktion und die geringste Schrumpfungstendenz aufweisen. Nach heutigem Studienstand lässt sich die Sportlerleiste sowohl durch ein OP-Verfahren mit Schnitt, als auch durch eine Reparatur der Leistenwand von innen in der laproskopischen Technik erfolgreich behandeln. Beim jüngeren Athleten wird man oft auf das Minimal Repair-Verfahren zurückgreifen, da es ohne Fremdmaterial (Netzimplantat) auskommt. Der etwas ältere Sportler profitiert eher vom laparoskopischen Verfahren. Abschließend sollte darauf hingewiesen werden, dass in einzelnen Fällen durch eine lang anhaltende Reizung der Leisten-Nerven ein „Schmerzgedächtnis“ entstehen kann , dass auch nach erfolgreicher Leistenstabilisierung nur langsam abgebaut werden kann.
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Seitenstechen Fast jeder kennt es, doch die Ursachen sind noch nicht völlig geklärt. Tipps für schnelle Abhilfe Kinder und Jugendliche bekommen oft Seitenstechen. Ein Grund: Sie wärmen sich nicht auf, sondern laufen einfach los. Aber auch Erwachsene sind vor dem Zwicken unterhalb des Rippenbogens nicht sicher. Falsches, also flaches, unrhythmisches Atmen führt bei längeren körperlichen Aktivitäten zu Seitenstechen. Das Problem verschwindet aber meist mit steigender Kondition und verbessertem Trainingszustand von alleine. Die Stiche sind schmerzhaft, aber in der Regel harmlos. Allerdings können sich hinter dem fiesen Ziehen ernstere Beschwerden verbergen. Linksseitiges Stechen kann durchaus ein Hinweis auf Herzdurchblutungsstörungen sein. Auch Magen- und Darmbeschwerden können als Seitenstechen fehl interpretiert werden. Im Zweifelsfall sollten Betroffene die Symptome von einem Arzt überprüfen lassen. Verschiedene Theorien Was genau die unliebsame Begleiterscheinung beim Joggen, Radfahren oder Schwimmen auslöst, ist bis heute nicht hundertprozentig geklärt. Eine eindeutige Ursache gibt es nicht, vielmehr werden mehrere Faktoren als Auslöser diskutiert. Eine Theorie geht davon aus, dass beim Seitenstechen verschiedene Organe wie Leber, Milz, Magen sowie Darm nicht ausreichend durchblutet werden. So könnte beispielsweise anstrengender Ausdauersport, bei dem das Blut vor allem für die stark arbeitende Muskulatur beansprucht wird, zeitweise zu einer Unterversorgung der Leber führen und dadurch einen Spannungsschmerz in der Leberkapsel hervorrufen. Das würde erklären, warum die Stiche oft auf der rechten Seite auftreten. Auch eine mangelnde Durchblutung des Darms gilt als mögliche Ursache für die Beschwerden, in diesem Fall wären Gase, hervorgerufen durch Darmkrämpfe, schuld am Ziepen unter dem Brustkorb. Nicht mit vollem Magen sporteln Die bevorzugte Annahme unter Sportmedizinern ist jedoch, dass eine Fehlbelastung des Zwerchfells - unser wichtigster Atemmuskel - zu den Stichen führt. Möglicherweise wird dies unterstützt durch falsche Ess- und Trinkgewohnheiten. Wer Seitenstechen vorbeugen möchte, sollte deshalb nicht mit vollem Magen trainieren. Die Verdauungsorgane stehen nämlich in direkter Verbindung zum Zwerchfell, das von gefüllten Organen mächtig strapaziert wird. Als Faustregel gilt: ein bis zwei Stunden vor der körperlichen Betätigung nichts Schweres essen. Trinken ist dagegen erlaubt, vor sportlichen Aktivitäten sogar empfehlenswert. Die Getränke sollten aber nicht zu kalt sein und keine Kohlensäure enthalten. Langsames Aufwärmen sowie bequeme Kleidung, die eine unbehinderte Atmung zulässt, tragen ebenfalls dazu bei, dass Seitenstechen erst gar nicht entsteht. Zudem sollten besonders Jogger auf die richtige Körperhaltung achten. Viele Laufanfänger nehmen beim Joggen die Arme zu hoch, was zu muskulären Verspannungen im Schulterbereich führen kann und häufig von Seitenstechen begleitet wird. Schnelle Hilfe Bei Seitenstechen gilt: Das Tempo sofort reduzieren oder gleich eine Pause einlegen und ganz bewusst in den Bauch hinein atmen. Tief einatmen, so dass sich der Bauch nach vorne wölbt. Beim Ausatmen den Bauch nach innen ziehen. So verschwinden die Beschwerden schneller. Chronischer Leistenschmerz Im Sport ist man auf vielfältige Weise mit Beschwerden in der Leistenregion konfrontiert. Je nach Sportart und Belastungsform, kommen mehr oder weniger typische Verletzungs- oder Überlastungsmuster vor. Die meisten Sportler mit der typischen Sportlerleiste sind Fußballspieler, Handballspieler, Hockeyspieler, Hürdenläufer, aber auch Tri-Athleten und Marathon-Läufer gehören dazu. Sportler, die unter anhaltendem Leistenschmerz leiden, sollten sich in die Behandlung eines spezialisierten Sportmediziners begeben. Unter der Leistenregion wird klassischerweise die Unterbauchregion bezeichnet, die nach caudal (nach unten) durch das Leistenband, medial (zur Mitte hin) den Rand des M. rectus abdominis und lateral (zur Seite hin) vom Beckenkamm und einer etwa eine handbreit oberhalb des Leistenbandes verlaufenden Linie begrenzt wird. Im Alltag wird häufig die Region des Ansatzes der Adduktorenmuskulatur (Muskulatur der Oberschenkelinnenseite)  am os pubis (Schambein) zur erweiterten Leistenregion hinzu gerechnet. Der chronische Leistenschmerz tritt sehr häufig bei Sportlern auf. Unter einem chronischen Leistenschmerz wird ein länger als 6 Monate anhaltender Schmerz in der Leistenregion bezeichnet. In der wissenschaftlichen Literatur spricht man von einem long standing groin pain (LSGP), wenn dieser länger als 2 Monate anhält.   Chronischer Leistenschmerz kann viele Ursachen haben Hinter dem chronischen Leistenschmerz können sich eine Vielzahl von Erkrankungen verbergen, da die Leistenregion häufig eine Projektionsfläche für andere Störungen darstellt.Bei der ersten Untersuchung des Sportlers sind zunächst unterschiedliche Beeinträchtigungen und Veränderungen in der Leistenregion abzugrenzen, die sich zwar auf die Leiste und den Leistenkanal projizieren, ihren Ursprung aber in benachbarten Strukturen haben. Hierzu zählen: Muskelfaserrisse oder Zerrungen der Oberschenkel-, Hüftbeuger- oder Bauchmuskulatur, die Zerrung der Adduktoren-Muskulatur mit chronischen Schmerzen an ihren Ansätzen am Schambeinknochen, Ermüdungsbrüche oder Ausrisse von Muskelansätzen im Becken und Hüftbereich, Überlastung, Entzündung oder Knorpelschäden im Hüftgelenk, Nervenreizungen mit Ausstrahlung in die Leiste bei Fehlhaltungen oder Schäden an der Wirbelsäule, Krankhafte Veränderungen im Genitalbereich beim männlichen Athleten, Typische Leistenbrüche (Hernien) mit sicht- oder tastbarem Bruchsack. Bei Sportlern mit Leistenschmerzen findet sich oft eine weitere Veränderung, die erst in Untersuchungen der letzten Jahre vermehrt Beachtung gefunden hat und nun weitgehend geklärt ist. Besonders in der englischen Literatur hat sich der Begriff der „Sportsmen’s Hernia“ etabliert. Der Begriff einer „weichen Leiste“ kommt den heute vorliegenden Untersuchungsergebnissen am nächsten. Es handelt sich um eine durch die sportliche Belastung erzeugte Schwächung der Hinterwand des Leistenkanals, der entscheidenden Struktur für die Stabilität der Bauchdecke in dieser Region. Diese Hinterwand besteht aus faserigem Bindegewebe und nicht aus Muskelschichten. Sie kann also nicht durch Muskelaufbau oder ein besonderes Training gestärkt oder stabilisiert werden. Bedingt durch die besondere Anatomie dieser Region mit dem hier durchtretenden Samenstrang ist vorwiegend der männliche Athlet betroffen. Ungeachtet einer meist hervorragend entwickelten Bauchmuskulatur entsteht in den muskelfreien Fascienanteilen der Leistenregion eine Gewebeschwäche. Erhöht sich dann durch eine plötzliche und kraftvolle Muskelanspannung der Druck im Innern der Bauchhöhle, kommt es zu einer Vorwölbung der muskelfreien Wandschicht. Über diese Struktur verlaufen Nerven, die nun ebenfalls gedehnt und somit gereizt werden. Vorwiegend ist der ramus genitalis (er zieht innen an der Bauchwand zum Leistenkanal und gelangt durch diesen nach außen. Er versorgt die Haut der Leistengegend und den Hodensack bzw. die großen Schamlippen sensibel und den Musculus cremaster (Hodenheber) motorisch) des nervus genitofemoralis (er zieht mit der Arteria (Oberschenkelarterie) und Vena femoralis (Oberschenkelvene) durch die Lacuna vasorum (Muskelpforte) an die Innenseite des Oberschenkels. Er versorgt die rumpfnahe Innenseite des Oberschenkels sensibel) betroffen. Durch seine Dehnung entsteht der für die Sportlerleiste typische und äußerst unangenehme Nervenschmerz, der in den Genitalbereich und sogar bis in den Hoden ausstrahlen kann. Da bei der Sportler-Leiste nicht der übliche Bruchsack oder die Aufweitung des Leistenkanals zu erwarten ist, gelingt der Nachweis dieser Veränderung selten mit aufwendigen technischen Untersuchungsmethoden wie Sonographie, CT oder Kernspintomographie. Alleine die genaue Kenntnis der Leisten-Anatomie und die manuelle Untersuchung durch den erfahrenen Leisten-Chirurgen führen zur richtigen Diagnose.   Diagnostik Der Nachweis einer Sportler-Leiste gelingt nicht durch eine Blick-Diagnostik oder eine „Drei-Minuten-Untersuchung“. Am Anfang steht eine genaue Anamnese-Erhebung (systematische Befragung), die eine Beurteilung der sporttypischen Bauchdecken-Belastung mit einschließt. Zunächst müssen die differential-diagnostisch (andere denkbare Diagnosen betreffend)  in Betracht kommenden Veränderungen in der Leistenregion abgegrenzt bzw. ausgeschlossen werden. Die klinische Untersuchung durch einen auf die typischen Veränderungen der Leistenregion von Sportlern spezialisierten Chirurgen steht immer im Vordergrund. Untersuchungen mit großem technischem Aufwand führen selten zur richtigen Diagnose. So wird beispielsweise eine Kernspintomographie in völlig ruhiger, unbeweglicher Rückenlage durchgeführt. Die Bauchdecke muss dabei sogar entspannt bleiben, um keine Verwacklungs-Artefakte zu erzeugen. Eine Schwäche mit Vorwölbung der Hinterwand des Leistenkanals kann auf diese Weise also gar nicht nachgewiesen werden. Die Veränderung ist nur „in Aktion“ erkennbar.   Unfallmechanismus Für die Sportler-Leiste gilt ebenso wie für die Entwicklung des typischen Leistenbruches, dass nicht eine plötzlich einwirkende Gewalt zu der Schädigung führt, sondern dass sich langsam aber sicher eine Gewebeschwäche in der Leisten-Region entwickelt. Einen eigentlichen Unfallmechanismus gibt es also nicht. Auch für die Entstehung des typischen Leistenbruchs haben die Ursachenforschungen der letzten Jahre einen von Mensch zu Mensch unterschiedlichen Gewebefaktor nachgewiesen, der gerade beim jungen und möglicherweise gut trainierten Patienten zu einer Schwächung und Aufdehnung des Bindegewebes führen kann. Da oftmals eine heftige Gewalteinwirkung wie Pressen, Husten oder ruckartige Muskelanspannung den Bruch erstmals hervortreten lässt, hat sich bis heute der Begriff eines „Geweberisses“ gehalten. Dies lässt sich aber nach heutigem Kenntnisstand nicht aufrechterhalten. Der Prozess der Gewebeveränderung verläuft relativ langsam. Erst wenn das Bindegewebe eine kritische Stabilität erreicht hat, kommt es zur plötzlichen Ausstülpung des Bruchsackes. Im besonderen Fall der Sportlerleiste ist diese Bindegewebeschwäche nicht nach Außen sichtbar. Die Vorwölbung der Hinterwand des Leistenkanals wird vom Athleten durch die simultane Nervendehnung als Schmerz wahrgenommen und ist nur für den Untersucher tastbar.   Therapie Bis vor kurzem war die Therapie auf Maßnahmen  wie Antiphlogistica-Gaben (Entzündungshemmer) , Wärmeanwendungen und längerfristige Sportpausen beschränkt. Einige auf Leisten-Chirurgie spezialisierte Operateure vermelden Erfolge in der Beseitigung der typischen Beschwerden durch eine offene Freilegung der Leiste mit Verstärkung der geschwächten Hinterwand des Leistenkanals. Bei diesem Eingriff werden die hier gereizten Nerven verlegt bzw. reseziert (entfernt) und die Bindegewebswand durch Naht gestrafft. In der Heilungsphase kann schon sehr früh wieder mit einfachem Training begonnen werden. Der Sportler kann oft nach ein bis zwei Wochen wieder zu seinem Training in vollem Umfang zurückkehren. Das OP-Verfahren verzichtet bewusst auf die Implantation von Fremdmaterial. Es ist besonders für den jugendlichen Sportler geeignet, dessen Bindegewebe allgemein noch straff ist. Diese OP-Technik wird Minimal Repair genannt und vorwiegend beim jungen Sportler angewendet. Mittlerweile zeigen von verschiedenen Zentren durchgeführte Untersuchungen, dass die minimal invasive OP-Technik (operativer Eingriff mit kleinster Verletzung von Haut und Weichteilen) ebenfalls gute Ergebnisse liefert: die laparoskopische Stabilisierung (kleiner Schnitt) der Leistenhinterwand durch Implantation eines hochwertigen Kunststoffgewebes. Es handelt sich um die Leisten-Reparation in der so genannten Schlüsselloch-Technik. Bei dieser Operationstechnik wird die Leistenregion von Innen angegangen – also von dort, wo die geschwächte Geweberegion direkt und ohne Umwege erreicht werden kann. Im Vergleich zum Minimal Repair wird auch hier die Verstärkung der sich vorwölbenden Leistenkanal-Hinterwand angestrebt - allerdings nicht mit eigenem Gewebe, sondern mit einem Netzimplantat. Natürlich ist auch diese OP nicht ganz ohne Risiken, die Gefahr einer Schädigung der betroffenen Nervenbahnen oder der Samenstranggebilde, die zum Hoden ziehen, ist aber auf jeden Fall deutlich geringer, da sie nicht direkt im OP-Gebiet liegen; der Samenstrang muss auch nicht ausgelöst oder unterfahren werden. Besonders schonend ist die von einigen Spezialisten erprobte Methode, die Kunststoffnetze nicht mit Tackern an der inneren Bauchwand zu befestigen sondern das Material sozusagen „aufzukleben“. Besonders bewährt hat sich die Verwendung ultraleichter, mit Titan bedampfter Kunststoffgewebe. Durch ihre hydrophilen Eigenschaften kann oft auch auf den Einsatz von Fibrinkleber (Gewebekleber) verzichtet werden. Die vorgestellten Untersuchungsergebnisse haben gezeigt, dass diese eingesetzten Materialien eine minimale Fremdkörperreaktion und die geringste Schrumpfungstendenz aufweisen. Nach heutigem Studienstand lässt sich die Sportlerleiste sowohl durch ein OP-Verfahren mit Schnitt, als auch durch eine Reparatur der Leistenwand von innen in der laproskopischen Technik erfolgreich behandeln. Beim jüngeren Athleten wird man oft auf das Minimal Repair- Verfahren zurückgreifen, da es ohne Fremdmaterial (Netzimplantat) auskommt. Der etwas ältere Sportler profitiert eher vom laparoskopischen Verfahren. Abschließend sollte darauf hingewiesen werden, dass in einzelnen Fällen durch eine lang anhaltende Reizung der Leisten-Nerven ein „Schmerzgedächtnis“ entstehen kann , dass auch nach erfolgreicher Leistenstabilisierung nur langsam abgebaut werden kann.
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