Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) Infektionsgefahr für Mensch und Haustier Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern, die immer in die Infektionskette einbezogen sind, können auch Katzen, in selteneren Fällen Hund und Mensch betroffen sein. Der geschlechtsreife, nur wenige Millimeter lange Bandwurm lebt im Dünndarm seines Endwirtes. Wie alle Bandwürmer braucht er einen Zwischenwirt, in dem sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne vollzieht..
Der kleine Fuchsbandwurm ist nur wenige Millimeter gross. Deutlich erkennbar sind die Glieder und der Kopf. Das letzte Glied ist gefüllt mit (dunkel gefärbten) Eiern.
Der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms spielt sich hauptsächlich in einem Kreislauf unter Wildtieren ab. Der Fuchs als Endwirt beherbergt den geschlechtsreifen Wurm und scheidet mit seinem Kot Bandwurmeier aus. Mäuse und Bisamratten nehmen die Eier mit ihrer Pflanzennahrung auf und werden dadurch zu infizierten Zwischenwirten. In den inneren Organen dieser Zwischenwirte vollzieht sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne. Die Kleinnager wiederum werden vom Fuchs als Hauptbeutetiere gefressen. So gelangt die Bandwurmfinne in den Endwirt, in dessen Darm sie sich zum geschlechtsreifen Bandwurm entwickelt. Auch Hunde und Katzen können infizierte Mäuse fressen. Sie werden dann genau wie der Fuchs zu Endwirten, in deren Dünndarm der Fuchsbandwurm parasitiert. Krankheitserscheinungen, wie Darmentzündung, Durchfall, Abmagerung oder stumpfes Fell treten jedoch nur bei starkem Wurmbefall auf. Die Fuchsbandwurminfektion bei Hund und Katze gewinnt dadurch an Bedeutung, daß die Tiere zu Ausscheidern von Bandwurmeiern werden und ihr Kot - ebenso wie der des Fuchses - Ansteckungsquelle für den Menschen sein kann. Der Mensch muß Bandwurmeier über den Mund aufnehmen, um sich zu infizieren. Im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms ist er ein Fehlzwischenwirt, weil er die Infektion nicht an einen Endwirt weitergeben kann. In seinen Organen findet aber - wie bei echten Zwischenwirten - eine Finnenentwicklung statt. Vornehmlich Leber und Lunge werden befallen. Dabei entsteht ein Netzwerk von Schläuchen, das diese Organe weitgehend zerstört. Für den Zwischenwirt Mensch ist die Fuchsbandwurm-Infektion daher sehr gefährlich. Eine Heilung ist kaum möglich. Die Vermeidung von Infektionsrisiken ist besonders wichtig. Bodennah wachsende Früchte wie Beeren und Pilze können mit Bandwurmeiern behaftet sein und sind dadurch eine gefährliche Ansteckungsquelle für den Menschen. Sie sollten niemals ungewaschen gegessen werden. Im Umgang mit vierbeinigen Mäusefängern ist Hygiene der beste Infektionsschutz für den Menschen. Hände, die das Fell in der Afterregion berührt haben, dürfen nicht ungewaschen zum Mund geführt werden. Auch sollten Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchspopulationen gehalten werden, regelmäßig entwurmt werden. Der Tierarzt verabreicht ein gegen den Fuchsbandwurm besonders wirksames, rezeptpflichtiges Medikament. Die Darmparasiten sterben dadurch ab und die Produktion von Wurmeiern wird unterbrochen. Würmer sind auch auf den Menschen übertragbar und stellen ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko dar. Kinder sind besonders gefährdet, denn sie leben oft in sehr engem Kontakt mit Tieren. So können beim Spielen im Sandkasten versehentlich Wurmeier oder Wurmlarven aufnehmen. Ungewaschenes Beerenobst oder Pilze können den Fuchswurm übertragen. Im ?Fehlwirt Mensch" können Würmer Erkrankungen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Leber- oder Lungenentzündungen, Sehstörungen, Hirn- und Rückenmarksschädigungen, epileptische Anfälle, stark juckende Ekzeme und allergische Reaktionen hervorrufen. Art und Ausmaß der Symptome sind davon abhängig, in welchen Organen und in welcher Zahl sie auftreten. Wurminfektionen sind tückisch und gefährden die Gesundheit. Würmer schwächen den Körper durch Verletzungen, Nährstoff- und Blutentzug sowie durch Stoffwechselgifte. Schon die Larven der Würmer rufen auf ihrer Wanderung im Körper Lungen- oder Leberentzündungen hervor. Ausgewachsene Würmer verursachen viele kleine innere Verletzungen, die zu Blutungen führen. Darmentzündungen mit Verdauungsstörungen wie Durchfall, Erbrechen, Krämpfen und aufgetriebenem Bauch, massive Verstopfungen bis zur Darmverlegung oder sogar Todesfälle können den Würmern zur Last gelegt werden. Auf den Menschen übertragen, kann er eine tückische, kaum heilbare Erkrankung auslösen, die Echinokokkose oder eine lebensgefährliche Leberzirrhose. Die Echinokokkose beim Menschen Beim Menschen verursacht der Fuchsbandwurm ein tumorähnliches Wachstum, meistens in der Leber, das ohne Behandlung zum Tode führt. Die Symptome sind ganz unspezifisch, wie sie etwa auch beim Leberkrebs auftreten: Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl und schließlich auch eine Gelbverfärbung der Haut können in späteren Stadien auftreten. Im Menschen wächst die Fuchsbandwurmlarve sehr viel langsamer. Daher liegen zwischen Infektion und möglicher Erkrankung circa 10 bis 15 Jahre. Aus diesem Grund ist der Fuchsbandwurm im Frühstadium schwer zu diagnostizieren. Aber nur hier lässt er sich operativ entfernen. Die Operation, mit der der Parasit aus der Leber entfernt werden soll, führt nur selten zum Erfolg, weil die Krankheit meist so weit fortgeschritten ist, dass es nicht gelingt, den Parasiten ganz aus der Leber zu entfernen. Was bleibt, ist eine lebenslange medikamentöse Therapie, die bei den Patienten in der Regel sehr gut wirkt, indem sie das Wachstum des Fuchsbandwurmes stoppt. Der Infektionsweg Die genaueren Infektionsumstände beim Menschen sind noch unbekannt. Aber so viel ist klar: Die mikroskopisch kleinen Eier müssen in den Magen-Darm-Trakt des Menschen gelangen, um eine Infektion auszulösen. Vermutlich erkranken dann aber nur circa 10 Prozent auch tatsächlich. In serologischen Reihenuntersuchungen hat man festgestellt, dass gesunde Personen häufig spezifische Antikörper gegen den Parasiten aufwiesen, was darauf hindeutet, dass das Immunsystem sich bereits mit dem Parasiten auseinander gesetzt hatte.
Der kleine Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis ist bezüglich Form und Grösse ein untypischer Bandwurm. Er wird nur ca. 3 mm lang und besitzt selten mehr als 5 einzelne Glieder
Als mögliche Infektionsquellen galten lange Zeit Waldfrüchte oder Pilze, denen die Fuchsbandwurmeier anhaften. Da Beschwerden erst nach 10 bis 15 Jahren auftreten, lässt sich der konkrete Auslöser nie belegen. Und da die Füchse immer weiter in die Siedlungsgebiete des Menschen vordringen und ihre Nahrung eher auf Feldern und in Gärten als im Wald suchen, sind Waldfrüchte und Pilze als Infektionsquelle eher fraglich. In Risikogebieten sind Gartengemüse, bodennah wachsende Früchte, auch Plantagenerdbeeren und Früchte von Streuobstwiesen mindestens gleich risikobehaftet.  Die Verbreitung des Fuchsbandwurms nimmt zu Bundesweit breitet sich der Fuchsbandwurm aus. Besonders in Baden-Württemberg und Bayern, aber auch in verschiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens steigen die Befallsraten. Was das für das Infektionsrisiko beim Menschen bedeutet, wird man vermutlich erst in zehn Jahren wissen. Unter Experten besteht die Sorge, dass die gegenwärtig stark vermehrte Kontamination der Umwelt mit infektiösen Eiern in Zukunft einen Anstieg der Erkrankungsfälle nach sich ziehen könnte. Wissenschaftler gehen grundsätzlich von fünf Erkrankten unter 100.000 Menschen aus. Auf der Schwäbischen Alb, in einer Region mit Befallsraten über 70 Prozent wurde eine lokale Infektionsrate von 100 Erkrankten unter 100.000 Menschen festgestellt (Stand 2005). Bislang sind unter den Erkrankten laut Studien aus Bayern und der Schweiz häufig Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Erklärungen sind zum Beispiel der regelmäßige Kontakt mit feuchter Erde, in der die Eier lange lebensfähig bleiben, oder eine Infektion durch aufgewirbelte Eier aus getrocknetem, zerfallenem Fuchskot auf Feldern beim Mähen.   Allgemeine Empfehlungen Da sich bislang kein Infektionsweg wissenschaftlich beweisen lässt, wird allgemein empfohlen, bodennah wachsende Früchte, auch Plantagenerdbeeren, Früchte von Streuobstwiesen oder Gartengemüse vor dem Verzehr zu waschen. Erhitzen über 60 Grad Celsius tötet die Eier jedoch am wirkungsvollsten ab. In Regionen mit starkem Fuchsbandwurmbefall sollten zudem Katzen und Hunde, die Mäuse fangen, regelmäßig entwurmt werden, da auch sie den Parasiten übertragen können und zu den Hauptrisikofaktoren zählen. Nach Arbeiten im Freiland und vor dem Verzehren von Nahrung Hände gründlich säubern und möglichst versuchen, keine Eier über verschmutze Schuhe oder Kleidung mit ins Haus zu tragen. Bei landwirtschaftlichen Arbeiten mit starkem Staubanfall, wie dem Mähen, möglichst einen Atemschutz tragen. Beschwerden Bis sich nach einer Hunde- oder Fuchsbandwurminfektion Beschwerden zeigen, können manchmal zehn oder mehr Jahre vergehen. Der Zeitpunkt des Auftretens und die Art der Symptome ist vom betroffenen Organ abhängig: Leberzysten müssen eine gewisse Größe erreichen, bis sie sich bemerkbar machen, während eine winzige Zyste im Gehirn oder Herzmuskel bereits ernsthafte Beschwerden (Lähmungen und andere Ausfallerscheinungen bzw. Herzrhythmusstörungen) auslösen kann. Leberzysten können unspezifische Unterleibsschmerzen und Koliken auslösen, Verstopfung der Gallengänge, Gelbsucht. Lungenzysten verursachen Atemnot, Husten und Schmerzen in der Lunge. Krebsartig wachsendes Lebergewebe führt zu eher unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, manchmal Fieber, Bauchschmerzen. Die Leber wächst und verhärtet sich spürbar. Mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen Wenn Echinokokkus-Zysten platzen, können sie Sekundärinfektionen hervorrufen, Abszesse, bei der Freisetzung größerer Gewebemengen auch einen allergischen Schock. Zysten in Herz oder Hirn können durch Blockade von Blutgefäßen einen Herzinfarkt bzw. Schlaganfall auslösen. Diagnose Wenn die Beschwerden einen Verdacht auf Echinokokkus-Infektion hervorrufen, können Diagnosemethoden der Serologie (Labormedizinische Untersuchung) sowie Bildverfahren (Röntgenuntersuchung- und Ultraschalluntersuchung, Computertomografie- und Kernspintomografie) durchgeführt werden. Ein Antikörpernachweis ist frühestens 3 bis 6 Monate nach einer Infektion möglich. Auf bildgebende Verfahren kann zur Diagnose, aber auch zur Abklärung der Lage und Größe von Zysten bzw. des Umfangs von larvendurchsetztem Organgewebe nicht verzichtet werden. Manchmal ist ein sicherer Nachweis des Befalls nur durch Gewebeentnahmen möglich. Behandlung Die Behandlungsmethode der Wahl ist die operative Entfernung des larvenhaltigen Gewebes. Dies ist jedoch nur bei einfach ausgebildeten, klar abgegrenzten Zysten möglich. Bei Mehrfach-Zysten kann eine Teilentfernung des betroffenen Organs nötig sein. Wenn eine Operation nicht möglich ist - wie meistens bei Befall mit Fuchsbandwurm (alveolärer Echinokokkose) - bleibt die Möglichkeit einer chemischen Bekämpfung der Larven mit Medikamenten. Medikamentöse Behandlung Mittel der Wahl ist Albendazol, auch Mebendazol. Die medikamentöse Therapie ist jedoch sehr langwierig und führt nur bei Infektion mit E. granulosus zur Beseitigung des Befalls. Bei E. multilocularis kann meist nur das Wachstum des befallenen Gewebes aufgehalten werden. In diesem Fall ist eine lebenslange Medikamenteneinnahme erforderlich. Heilungschancen Die Heilungschancen hängen davon ab, wie schwer die befallenen Organe bereits geschädigt sind. Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist im Gegensatz zur Infektion mit dem Hundebandwurm nur vollständig heilbar, wenn das betroffene Organgewebe radikal entfernt werden kann. Da sich die alveoläre Echinokokkose aber nur sehr langsam entwickelt, ist es zum Zeitpunkt der Entdeckung der Infektion dafür meistens schon zu spät. Bei medikamentöser Behandlung beträgt die Überlebensrate heute jedoch in den ersten 10 Jahren nach der Diagnosestellung 90 Prozent. Definition Der Fuchsbandwurm (im Sprachgebrauch ist auch vom Fuchswurm die Rede) ist eine Art der Bandwürmer (Cestoda) und parasitiert vor allem im Rotfuchs, Polarfuchs und Marderhund, seltener im Haushund oder in der Hauskatze. Als Zwischenwirt dienen kleine Säugetiere, wie Rötelmaus oder Feldmaus. Der Fuchsbandwurm ist der Auslöser der alveolären (bläschenartigen) Echinokokkose, einer lebensgefährlichen Wurmerkrankung. Merkmale Als kleinerer Vertreter der Bandwürmer erreicht der Fuchsbandwurm eine Länge von nur rund drei Millimetern bei einem Durchmesser von rund einem Millimeter (zum Vergleich: der größte Bandwurm erreicht eine Länge von rund 20 Metern). Der Kopf (Scolex) besitzt Saugnäpfe und bei vielen Bandwürmern Haken, um sich an der Darmwand des Wirtes festzusetzen. Diese sind in zwei Reihen zu je 13 bis 18 Häkchen angeordnet, wobei die vorderen größer als die dahinterliegenden sind. Sein Körper ist in drei bis vier segmentähnliche Körperabschnitte (Proglottiden) unterteilt, wobei die letzte Proglottis stark vergrößert ist und fast die Hälfte der gesamten Länge des Wurmes ausmacht. In den Proglottien liegt jeweils ein Satz von Geschlechtsorganen vor, in denen Spermien und später Eier produziert werden. Etwa in der Mitte der Proglottiden liegt der deutlich erkennbare Genitalporus. Verbreitung Die Verbreitungsgebiete erstrecken sich vor allem auf die gemäßigten bis kalt-gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas und Nordamerikas. Die Echinokokkose kommt in den meisten Gebieten endemisch vor, breitet sich jedoch zusehends auf ganz Mitteleuropa aus, da immer mehr Rotfüchse in die Städte abwandern und sich der Fuchsbandwurm dort vor allem unter der Nagetierpopulation ausbreiten kann. Die Befallsdichte schwankt erheblich, in manchen Regionen sind bis zu 70 % der Füchse befallen (Südwestdeutschland), in anderen nur bis zu 5 %. Vor allem in Sibirien und Alaska mit den Inseln des Beringmeers sowie in der Schweiz (Schwerpunkt Kanton Thurgau) und in Deutschland im Bereich der Schwäbischen Alb häufen sich die Vorkommen. Zumindest in Europa kommt es aufgrund dieser inselhaften Verbreitung so gut wie gar nicht zu einer Überlappung mit dem Verbreitungsgebiet für den Hundebandwurm (Echinococcus granulosus). Ein Grund für diese Verteilung ist noch nicht bekannt. Epidemiologie Die Anzahl der Übertragungen auf den Menschen ist offensichtlich sehr gering. In ganz Europa sind im Zeitraum von 1982 bis 2000 lediglich 559 Fälle der alveolären Echinokokkose bekannt, wobei allerdings berücksichtigt werden muss, dass die tatsächliche Zahl der Fälle aufgrund der erst im Jahre 2000 begonnenen zentralen Erfassung nicht genau angegeben werden kann. Obwohl die Zahl der mit dem Bandwurm infizierten Füchse in Endemiegebieten relativ hoch ist, wurde kein eindeutiger Zusammenhang zwischen einer hohen Population von befallenen Füchsen und erhöhten Infektionsraten beim Menschen festgestellt. Daher wurde selbst in Gebieten, in denen bis zu 60 % der Füchse befallen waren, kein größerer Anstieg der an Echinokokkose erkrankten Menschen festgestellt. Lebenszyklus Die Entwicklung beginnt mit dem erwachsenen Wurm, der sich im Darm des Endwirtes niedergelassen hat; dort scheidet er bis zu 200 Eier (Oncosphären) pro Tag aus. Die Eier sind sehr kältebeständig und können monatelang infektiös bleiben. Das Ei wird zunächst von einem Zwischenwirt (Nager) aufgenommen; im Magen löst sich die Eikapsel auf und die so genannte Hexacanthenlarve durchdringt die Darmwand und gelangt so in die Blutbahn oder in die Lymphe. Die Larve setzt sich vor allem im Lebergewebe fest, kann aber auch Lunge, Herz und Milz befallen und bildet eine Hydatide (griech. wasserreich) genannte, knospende Larvenstruktur. Sie bildet Ausläufer und beginnt damit, das umliegende Gewebe zu zersetzen. Es bildet sich ein großes schwammiges Gewebe (Metacestode), in dessen Wand sich die knospenden Protoscolices bilden, Bandwurmfinnen mit eingestülptem Kopf. Sie wird aus diesem Grunde als Hydatide des alveolären Typs von der Hydatide des cystischen Typs des Hundebandwurms abgegrenzt, bei dem durch eine Knospung in den Innenraum große Hydatidenblasen gebildet werden. Durch die Erkrankung wird der Zwischenwirt immer schwächer und damit eine leichte Beute für den Endwirt (Hund, Fuchs, Katze). Selbst nach dem Tod des Zwischenwirtes bleibt die Hydatidenlarve noch lange infektiös, so dass auch Tiere, die sich von Aas ernähren, zum Endwirt werden können. Nimmt nun der Endwirt Teile der Hydatiden auf, so wird das umliegende Gewebe verdaut und die freigewordenen Bandwürmer setzen sich mit ihren Haken im Dünndarm fest. Dort ernähren sie sich kommensal. Die Nahrung wird über ihre Außenhaut, die syncytiale Neodermis, aufgenommen. Sie besteht aus dem ?Nahrungsbrei?, der im Dünndarm vorhanden ist und aus dem der Wurm die Nährstoffe resorbiert. Der Stoffwechsel verläuft anaerob über die Glykolyse. Es können tausende Würmer im Endwirt vorkommen, ohne diesen ernsthaft zu beeinträchtigen. Bei starkem Befall verteilen sich die Tiere gleichmäßig über den gesamten Dünndarm, bei wenigen Tieren bleibt in der Regel das erste Dünndarmdrittel frei. Infektionsfolgen beim Menschen Fuchsbandwürmer sind selbst bei hohem Aufkommen im Endwirt für diesen kaum schädlich, für den Menschen hat aber eine Infektion meist verheerende Folgen. Zwar stellt im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurmes der Mensch einen Fehlzwischenwirt dar, da die Infektion nicht an den Endwirt weitergegeben wird, jedoch findet in den Organen eines infizierten Menschen, vornehmlich in Leber, Lunge und Gehirn, eine Finnenentwicklung statt, die das Krankheitsbild der alveolären Echinokokkose hervorruft. Dabei entsteht ein Netzwerk von Röhren in den befallenen Organen. Sie enthalten die Finnen von Echinococcus multilocularis in Form von Anhäufungen mikroskopisch kleiner, von Bindegewebe umschlossenen Bläschen (Alveolen). Man spricht daher von einer alveolären Echinokokkose im Gegensatz zur zystischen Echinokokkose bei Infektion durch den Hundebandwurm. Das Finnengewebe breitet sich wie Metastasen aus, wodurch die betroffenen Organe schleichend, aber weitgehend zerstört werden. Die Erkrankung wird meist erst zehn bis zwanzig Jahre nach der Infektion bemerkt, unter anderem, da die Symptome bei Befall der Leber Ähnlichkeit mit einem Leberkarzinom oder einer Leberzirrhose besitzen. Eine Abgrenzung gegen die vorgenannten Erkrankungen ist mittels Antikörpernachweis im Blut möglich. Durch die starke Durchwachsung der betroffenen Organe und die unscharfe Abgrenzung der befallenen Areale zu gesunden Organbereichen ist eine Operation bei fortgeschrittener Erkrankung kaum durchführbar. Ohne eine Operation oder die jahrelange Einnahme von Anti-Wurm-Medikamenten sterben die meisten Patienten an Leberversagen.
Danke das Sie die Seite www.laufpirat.de besucht haben
Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) Infektionsgefahr für Mensch und Haustier Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern, die immer in die Infektionskette einbezogen sind, können auch Katzen, in selteneren Fällen Hund und Mensch betroffen sein. Der geschlechtsreife, nur wenige Millimeter lange Bandwurm lebt im Dünndarm seines Endwirtes. Wie alle Bandwürmer braucht er einen Zwischenwirt, in dem sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne vollzieht..
Der kleine Fuchsbandwurm ist nur wenige Millimeter gross. Deutlich erkennbar sind die Glieder und der Kopf. Das letzte Glied ist gefüllt mit (dunkel gefärbten) Eiern.
Der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms spielt sich hauptsächlich in einem Kreislauf unter Wildtieren ab. Der Fuchs als Endwirt beherbergt den geschlechtsreifen Wurm und scheidet mit seinem Kot Bandwurmeier aus. Mäuse und Bisamratten nehmen die Eier mit ihrer Pflanzennahrung auf und werden dadurch zu infizierten Zwischenwirten. In den inneren Organen dieser Zwischenwirte vollzieht sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne. Die Kleinnager wiederum werden vom Fuchs als Hauptbeutetiere gefressen. So gelangt die Bandwurmfinne in den Endwirt, in dessen Darm sie sich zum geschlechtsreifen Bandwurm entwickelt. Auch Hunde und Katzen können infizierte Mäuse fressen. Sie werden dann genau wie der Fuchs zu Endwirten, in deren Dünndarm der Fuchsbandwurm parasitiert. Krankheitserscheinungen, wie Darmentzündung, Durchfall, Abmagerung oder stumpfes Fell treten jedoch nur bei starkem Wurmbefall auf. Die Fuchsbandwurminfektion bei Hund und Katze gewinnt dadurch an Bedeutung, daß die Tiere zu Ausscheidern von Bandwurmeiern werden und ihr Kot - ebenso wie der des Fuchses - Ansteckungsquelle für den Menschen sein kann. Der Mensch muß Bandwurmeier über den Mund aufnehmen, um sich zu infizieren. Im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms ist er ein Fehlzwischenwirt, weil er die Infektion nicht an einen Endwirt weitergeben kann. In seinen Organen findet aber - wie bei echten Zwischenwirten - eine Finnenentwicklung statt. Vornehmlich Leber und Lunge werden befallen. Dabei entsteht ein Netzwerk von Schläuchen, das diese Organe weitgehend zerstört. Für den Zwischenwirt Mensch ist die Fuchsbandwurm-Infektion daher sehr gefährlich. Eine Heilung ist kaum möglich. Die Vermeidung von Infektionsrisiken ist besonders wichtig. Bodennah wachsende Früchte wie Beeren und Pilze können mit Bandwurmeiern behaftet sein und sind dadurch eine gefährliche Ansteckungsquelle für den Menschen. Sie sollten niemals ungewaschen gegessen werden. Im Umgang mit vierbeinigen Mäusefängern ist Hygiene der beste Infektionsschutz für den Menschen. Hände, die das Fell in der Afterregion berührt haben, dürfen nicht ungewaschen zum Mund geführt werden. Auch sollten Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchspopulationen gehalten werden, regelmäßig entwurmt werden. Der Tierarzt verabreicht ein gegen den Fuchsbandwurm besonders wirksames, rezeptpflichtiges Medikament. Die Darmparasiten sterben dadurch ab und die Produktion von Wurmeiern wird unterbrochen. Würmer sind auch auf den Menschen übertragbar und stellen ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko dar. Kinder sind besonders gefährdet, denn sie leben oft in sehr engem Kontakt mit Tieren. So können beim Spielen im Sandkasten versehentlich Wurmeier oder Wurmlarven aufnehmen. Ungewaschenes Beerenobst oder Pilze können den Fuchswurm übertragen. Im ?Fehlwirt Mensch" können Würmer Erkrankungen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Leber- oder Lungenentzündungen, Sehstörungen, Hirn- und Rückenmarksschädigungen, epileptische Anfälle, stark juckende Ekzeme und allergische Reaktionen hervorrufen. Art und Ausmaß der Symptome sind davon abhängig, in welchen Organen und in welcher Zahl sie auftreten. Wurminfektionen sind tückisch und gefährden die Gesundheit. Würmer schwächen den Körper durch Verletzungen, Nährstoff- und Blutentzug sowie durch Stoffwechselgifte. Schon die Larven der Würmer rufen auf ihrer Wanderung im Körper Lungen- oder Leberentzündungen hervor. Ausgewachsene Würmer verursachen viele kleine innere Verletzungen, die zu Blutungen führen. Darmentzündungen mit Verdauungsstörungen wie Durchfall, Erbrechen, Krämpfen und aufgetriebenem Bauch, massive Verstopfungen bis zur Darmverlegung oder sogar Todesfälle können den Würmern zur Last gelegt werden. Auf den Menschen übertragen, kann er eine tückische, kaum heilbare Erkrankung auslösen, die Echinokokkose oder eine lebensgefährliche Leberzirrhose. Die Echinokokkose beim Menschen Beim Menschen verursacht der Fuchsbandwurm ein tumorähnliches Wachstum, meistens in der Leber, das ohne Behandlung zum Tode führt. Die Symptome sind ganz unspezifisch, wie sie etwa auch beim Leberkrebs auftreten: Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl und schließlich auch eine Gelbverfärbung der Haut können in späteren Stadien auftreten. Im Menschen wächst die Fuchsbandwurmlarve sehr viel langsamer. Daher liegen zwischen Infektion und möglicher Erkrankung circa 10 bis 15 Jahre. Aus diesem Grund ist der Fuchsbandwurm im Frühstadium schwer zu diagnostizieren. Aber nur hier lässt er sich operativ entfernen. Die Operation, mit der der Parasit aus der Leber entfernt werden soll, führt nur selten zum Erfolg, weil die Krankheit meist so weit fortgeschritten ist, dass es nicht gelingt, den Parasiten ganz aus der Leber zu entfernen. Was bleibt, ist eine lebenslange medikamentöse Therapie, die bei den Patienten in der Regel sehr gut wirkt, indem sie das Wachstum des Fuchsbandwurmes stoppt. Der Infektionsweg Die genaueren Infektionsumstände beim Menschen sind noch unbekannt. Aber so viel ist klar: Die mikroskopisch kleinen Eier müssen in den Magen-Darm-Trakt des Menschen gelangen, um eine Infektion auszulösen. Vermutlich erkranken dann aber nur circa 10 Prozent auch tatsächlich. In serologischen Reihenuntersuchungen hat man festgestellt, dass gesunde Personen häufig spezifische Antikörper gegen den Parasiten aufwiesen, was darauf hindeutet, dass das Immunsystem sich bereits mit dem Parasiten auseinander gesetzt hatte.
Der kleine Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis ist bezüglich Form und Grösse ein untypischer Bandwurm. Er wird nur ca. 3 mm lang und besitzt selten mehr als 5 einzelne Glieder
Als mögliche Infektionsquellen galten lange Zeit Waldfrüchte oder Pilze, denen die Fuchsbandwurmeier anhaften. Da Beschwerden erst nach 10 bis 15 Jahren auftreten, lässt sich der konkrete Auslöser nie belegen. Und da die Füchse immer weiter in die Siedlungsgebiete des Menschen vordringen und ihre Nahrung eher auf Feldern und in Gärten als im Wald suchen, sind Waldfrüchte und Pilze als Infektionsquelle eher fraglich. In Risikogebieten sind Gartengemüse, bodennah wachsende Früchte, auch Plantagenerdbeeren und Früchte von Streuobstwiesen mindestens gleich risikobehaftet.  Die Verbreitung des Fuchsbandwurms nimmt zu Bundesweit breitet sich der Fuchsbandwurm aus. Besonders in Baden- Württemberg und Bayern, aber auch in verschiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens steigen die Befallsraten. Was das für das Infektionsrisiko beim Menschen bedeutet, wird man vermutlich erst in zehn Jahren wissen. Unter Experten besteht die Sorge, dass die gegenwärtig stark vermehrte Kontamination der Umwelt mit infektiösen Eiern in Zukunft einen Anstieg der Erkrankungsfälle nach sich ziehen könnte. Wissenschaftler gehen grundsätzlich von fünf Erkrankten unter 100.000 Menschen aus. Auf der Schwäbischen Alb, in einer Region mit Befallsraten über 70 Prozent wurde eine lokale Infektionsrate von 100 Erkrankten unter 100.000 Menschen festgestellt (Stand 2005). Bislang sind unter den Erkrankten laut Studien aus Bayern und der Schweiz häufig Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Erklärungen sind zum Beispiel der regelmäßige Kontakt mit feuchter Erde, in der die Eier lange lebensfähig bleiben, oder eine Infektion durch aufgewirbelte Eier aus getrocknetem, zerfallenem Fuchskot auf Feldern beim Mähen.   Allgemeine Empfehlungen Da sich bislang kein Infektionsweg wissenschaftlich beweisen lässt, wird allgemein empfohlen, bodennah wachsende Früchte, auch Plantagenerdbeeren, Früchte von Streuobstwiesen oder Gartengemüse vor dem Verzehr zu waschen. Erhitzen über 60 Grad Celsius tötet die Eier jedoch am wirkungsvollsten ab. In Regionen mit starkem Fuchsbandwurmbefall sollten zudem Katzen und Hunde, die Mäuse fangen, regelmäßig entwurmt werden, da auch sie den Parasiten übertragen können und zu den Hauptrisikofaktoren zählen. Nach Arbeiten im Freiland und vor dem Verzehren von Nahrung Hände gründlich säubern und möglichst versuchen, keine Eier über verschmutze Schuhe oder Kleidung mit ins Haus zu tragen. Bei landwirtschaftlichen Arbeiten mit starkem Staubanfall, wie dem Mähen, möglichst einen Atemschutz tragen. Beschwerden Bis sich nach einer Hunde- oder Fuchsbandwurminfektion Beschwerden zeigen, können manchmal zehn oder mehr Jahre vergehen. Der Zeitpunkt des Auftretens und die Art der Symptome ist vom betroffenen Organ abhängig: Leberzysten müssen eine gewisse Größe erreichen, bis sie sich bemerkbar machen, während eine winzige Zyste im Gehirn oder Herzmuskel bereits ernsthafte Beschwerden (Lähmungen und andere Ausfallerscheinungen bzw. Herzrhythmusstörungen) auslösen kann. Leberzysten können unspezifische Unterleibsschmerzen und Koliken auslösen, Verstopfung der Gallengänge, Gelbsucht. Lungenzysten verursachen Atemnot, Husten und Schmerzen in der Lunge. Krebsartig wachsendes Lebergewebe führt zu eher unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, manchmal Fieber, Bauchschmerzen. Die Leber wächst und verhärtet sich spürbar. Mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen Wenn Echinokokkus-Zysten platzen, können sie Sekundärinfektionen hervorrufen, Abszesse, bei der Freisetzung größerer Gewebemengen auch einen allergischen Schock. Zysten in Herz oder Hirn können durch Blockade von Blutgefäßen einen Herzinfarkt bzw. Schlaganfall auslösen. Diagnose Wenn die Beschwerden einen Verdacht auf Echinokokkus-Infektion hervorrufen, können Diagnosemethoden der Serologie (Labormedizinische Untersuchung) sowie Bildverfahren (Röntgenuntersuchung- und Ultraschalluntersuchung, Computertomografie- und Kernspintomografie) durchgeführt werden. Ein Antikörpernachweis ist frühestens 3 bis 6 Monate nach einer Infektion möglich. Auf bildgebende Verfahren kann zur Diagnose, aber auch zur Abklärung der Lage und Größe von Zysten bzw. des Umfangs von larvendurchsetztem Organgewebe nicht verzichtet werden. Manchmal ist ein sicherer Nachweis des Befalls nur durch Gewebeentnahmen möglich. Behandlung Die Behandlungsmethode der Wahl ist die operative Entfernung des larvenhaltigen Gewebes. Dies ist jedoch nur bei einfach ausgebildeten, klar abgegrenzten Zysten möglich. Bei Mehrfach-Zysten kann eine Teilentfernung des betroffenen Organs nötig sein. Wenn eine Operation nicht möglich ist - wie meistens bei Befall mit Fuchsbandwurm (alveolärer Echinokokkose) - bleibt die Möglichkeit einer chemischen Bekämpfung der Larven mit Medikamenten. Medikamentöse Behandlung Mittel der Wahl ist Albendazol, auch Mebendazol. Die medikamentöse Therapie ist jedoch sehr langwierig und führt nur bei Infektion mit E. granulosus zur Beseitigung des Befalls. Bei E. multilocularis kann meist nur das Wachstum des befallenen Gewebes aufgehalten werden. In diesem Fall ist eine lebenslange Medikamenteneinnahme erforderlich. Heilungschancen Die Heilungschancen hängen davon ab, wie schwer die befallenen Organe bereits geschädigt sind. Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist im Gegensatz zur Infektion mit dem Hundebandwurm nur vollständig heilbar, wenn das betroffene Organgewebe radikal entfernt werden kann. Da sich die alveoläre Echinokokkose aber nur sehr langsam entwickelt, ist es zum Zeitpunkt der Entdeckung der Infektion dafür meistens schon zu spät. Bei medikamentöser Behandlung beträgt die Überlebensrate heute jedoch in den ersten 10 Jahren nach der Diagnosestellung 90 Prozent. Definition Der Fuchsbandwurm (im Sprachgebrauch ist auch vom Fuchswurm die Rede) ist eine Art der Bandwürmer (Cestoda) und parasitiert vor allem im Rotfuchs, Polarfuchs und Marderhund, seltener im Haushund oder in der Hauskatze. Als Zwischenwirt dienen kleine Säugetiere, wie Rötelmaus oder Feldmaus. Der Fuchsbandwurm ist der Auslöser der alveolären (bläschenartigen) Echinokokkose, einer lebensgefährlichen Wurmerkrankung. Merkmale Als kleinerer Vertreter der Bandwürmer erreicht der Fuchsbandwurm eine Länge von nur rund drei Millimetern bei einem Durchmesser von rund einem Millimeter (zum Vergleich: der größte Bandwurm erreicht eine Länge von rund 20 Metern). Der Kopf (Scolex) besitzt Saugnäpfe und bei vielen Bandwürmern Haken, um sich an der Darmwand des Wirtes festzusetzen. Diese sind in zwei Reihen zu je 13 bis 18 Häkchen angeordnet, wobei die vorderen größer als die dahinterliegenden sind. Sein Körper ist in drei bis vier segmentähnliche Körperabschnitte (Proglottiden) unterteilt, wobei die letzte Proglottis stark vergrößert ist und fast die Hälfte der gesamten Länge des Wurmes ausmacht. In den Proglottien liegt jeweils ein Satz von Geschlechtsorganen vor, in denen Spermien und später Eier produziert werden. Etwa in der Mitte der Proglottiden liegt der deutlich erkennbare Genitalporus. Verbreitung Die Verbreitungsgebiete erstrecken sich vor allem auf die gemäßigten bis kalt-gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas und Nordamerikas. Die Echinokokkose kommt in den meisten Gebieten endemisch vor, breitet sich jedoch zusehends auf ganz Mitteleuropa aus, da immer mehr Rotfüchse in die Städte abwandern und sich der Fuchsbandwurm dort vor allem unter der Nagetierpopulation ausbreiten kann. Die Befallsdichte schwankt erheblich, in manchen Regionen sind bis zu 70 % der Füchse befallen (Südwestdeutschland), in anderen nur bis zu 5 %. Vor allem in Sibirien und Alaska mit den Inseln des Beringmeers sowie in der Schweiz (Schwerpunkt Kanton Thurgau) und in Deutschland im Bereich der Schwäbischen Alb häufen sich die Vorkommen. Zumindest in Europa kommt es aufgrund dieser inselhaften Verbreitung so gut wie gar nicht zu einer Überlappung mit dem Verbreitungsgebiet für den Hundebandwurm (Echinococcus granulosus). Ein Grund für diese Verteilung ist noch nicht bekannt. Epidemiologie Die Anzahl der Übertragungen auf den Menschen ist offensichtlich sehr gering. In ganz Europa sind im Zeitraum von 1982 bis 2000 lediglich 559 Fälle der alveolären Echinokokkose bekannt, wobei allerdings berücksichtigt werden muss, dass die tatsächliche Zahl der Fälle aufgrund der erst im Jahre 2000 begonnenen zentralen Erfassung nicht genau angegeben werden kann. Obwohl die Zahl der mit dem Bandwurm infizierten Füchse in Endemiegebieten relativ hoch ist, wurde kein eindeutiger Zusammenhang zwischen einer hohen Population von befallenen Füchsen und erhöhten Infektionsraten beim Menschen festgestellt. Daher wurde selbst in Gebieten, in denen bis zu 60 % der Füchse befallen waren, kein größerer Anstieg der an Echinokokkose erkrankten Menschen festgestellt. Lebenszyklus Die Entwicklung beginnt mit dem erwachsenen Wurm, der sich im Darm des Endwirtes niedergelassen hat; dort scheidet er bis zu 200 Eier (Oncosphären) pro Tag aus. Die Eier sind sehr kältebeständig und können monatelang infektiös bleiben. Das Ei wird zunächst von einem Zwischenwirt (Nager) aufgenommen; im Magen löst sich die Eikapsel auf und die so genannte Hexacanthenlarve durchdringt die Darmwand und gelangt so in die Blutbahn oder in die Lymphe. Die Larve setzt sich vor allem im Lebergewebe fest, kann aber auch Lunge, Herz und Milz befallen und bildet eine Hydatide (griech. wasserreich) genannte, knospende Larvenstruktur. Sie bildet Ausläufer und beginnt damit, das umliegende Gewebe zu zersetzen. Es bildet sich ein großes schwammiges Gewebe (Metacestode), in dessen Wand sich die knospenden Protoscolices bilden, Bandwurmfinnen mit eingestülptem Kopf. Sie wird aus diesem Grunde als Hydatide des alveolären Typs von der Hydatide des cystischen Typs des Hundebandwurms abgegrenzt, bei dem durch eine Knospung in den Innenraum große Hydatidenblasen gebildet werden. Durch die Erkrankung wird der Zwischenwirt immer schwächer und damit eine leichte Beute für den Endwirt (Hund, Fuchs, Katze). Selbst nach dem Tod des Zwischenwirtes bleibt die Hydatidenlarve noch lange infektiös, so dass auch Tiere, die sich von Aas ernähren, zum Endwirt werden können. Nimmt nun der Endwirt Teile der Hydatiden auf, so wird das umliegende Gewebe verdaut und die freigewordenen Bandwürmer setzen sich mit ihren Haken im Dünndarm fest. Dort ernähren sie sich kommensal. Die Nahrung wird über ihre Außenhaut, die syncytiale Neodermis, aufgenommen. Sie besteht aus dem ?Nahrungsbrei?, der im Dünndarm vorhanden ist und aus dem der Wurm die Nährstoffe resorbiert. Der Stoffwechsel verläuft anaerob über die Glykolyse. Es können tausende Würmer im Endwirt vorkommen, ohne diesen ernsthaft zu beeinträchtigen. Bei starkem Befall verteilen sich die Tiere gleichmäßig über den gesamten Dünndarm, bei wenigen Tieren bleibt in der Regel das erste Dünndarmdrittel frei. Infektionsfolgen beim Menschen Fuchsbandwürmer sind selbst bei hohem Aufkommen im Endwirt für diesen kaum schädlich, für den Menschen hat aber eine Infektion meist verheerende Folgen. Zwar stellt im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurmes der Mensch einen Fehlzwischenwirt dar, da die Infektion nicht an den Endwirt weitergegeben wird, jedoch findet in den Organen eines infizierten Menschen, vornehmlich in Leber, Lunge und Gehirn, eine Finnenentwicklung statt, die das Krankheitsbild der alveolären Echinokokkose hervorruft. Dabei entsteht ein Netzwerk von Röhren in den befallenen Organen. Sie enthalten die Finnen von Echinococcus multilocularis in Form von Anhäufungen mikroskopisch kleiner, von Bindegewebe umschlossenen Bläschen (Alveolen). Man spricht daher von einer alveolären Echinokokkose im Gegensatz zur zystischen Echinokokkose bei Infektion durch den Hundebandwurm. Das Finnengewebe breitet sich wie Metastasen aus, wodurch die betroffenen Organe schleichend, aber weitgehend zerstört werden. Die Erkrankung wird meist erst zehn bis zwanzig Jahre nach der Infektion bemerkt, unter anderem, da die Symptome bei Befall der Leber Ähnlichkeit mit einem Leberkarzinom oder einer Leberzirrhose besitzen. Eine Abgrenzung gegen die vorgenannten Erkrankungen ist mittels Antikörpernachweis im Blut möglich. Durch die starke Durchwachsung der betroffenen Organe und die unscharfe Abgrenzung der befallenen Areale zu gesunden Organbereichen ist eine Operation bei fortgeschrittener Erkrankung kaum durchführbar. Ohne eine Operation oder die jahrelange Einnahme von Anti-Wurm-Medikamenten sterben die meisten Patienten an Leberversagen.
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Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) Infektionsgefahr für Mensch und Haustier Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Neben Kleinnagern, die immer in die Infektionskette einbezogen sind, können auch Katzen, in selteneren Fällen Hund und Mensch betroffen sein. Der geschlechtsreife, nur wenige Millimeter lange Bandwurm lebt im Dünndarm seines Endwirtes. Wie alle Bandwürmer braucht er einen Zwischenwirt, in dem sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne vollzieht..
Der kleine Fuchsbandwurm ist nur wenige Millimeter gross. Deutlich erkennbar sind die Glieder und der Kopf. Das letzte Glied ist gefüllt mit (dunkel gefärbten) Eiern.
Der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms spielt sich hauptsächlich in einem Kreislauf unter Wildtieren ab. Der Fuchs als Endwirt beherbergt den geschlechtsreifen Wurm und scheidet mit seinem Kot Bandwurmeier aus. Mäuse und Bisamratten nehmen die Eier mit ihrer Pflanzennahrung auf und werden dadurch zu infizierten Zwischenwirten. In den inneren Organen dieser Zwischenwirte vollzieht sich die Entwicklung zur Bandwurmfinne. Die Kleinnager wiederum werden vom Fuchs als Hauptbeutetiere gefressen. So gelangt die Bandwurmfinne in den Endwirt, in dessen Darm sie sich zum geschlechtsreifen Bandwurm entwickelt. Auch Hunde und Katzen können infizierte Mäuse fressen. Sie werden dann genau wie der Fuchs zu Endwirten, in deren Dünndarm der Fuchsbandwurm parasitiert. Krankheitserscheinungen, wie Darmentzündung, Durchfall, Abmagerung oder stumpfes Fell treten jedoch nur bei starkem Wurmbefall auf. Die Fuchsbandwurminfektion bei Hund und Katze gewinnt dadurch an Bedeutung, daß die Tiere zu Ausscheidern von Bandwurmeiern werden und ihr Kot - ebenso wie der des Fuchses - Ansteckungsquelle für den Menschen sein kann. Der Mensch muß Bandwurmeier über den Mund aufnehmen, um sich zu infizieren. Im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms ist er ein Fehlzwischenwirt, weil er die Infektion nicht an einen Endwirt weitergeben kann. In seinen Organen findet aber - wie bei echten Zwischenwirten - eine Finnenentwicklung statt. Vornehmlich Leber und Lunge werden befallen. Dabei entsteht ein Netzwerk von Schläuchen, das diese Organe weitgehend zerstört. Für den Zwischenwirt Mensch ist die Fuchsbandwurm-Infektion daher sehr gefährlich. Eine Heilung ist kaum möglich. Die Vermeidung von Infektionsrisiken ist besonders wichtig. Bodennah wachsende Früchte wie Beeren und Pilze können mit Bandwurmeiern behaftet sein und sind dadurch eine gefährliche Ansteckungsquelle für den Menschen. Sie sollten niemals ungewaschen gegessen werden. Im Umgang mit vierbeinigen Mäusefängern ist Hygiene der beste Infektionsschutz für den Menschen. Hände, die das Fell in der Afterregion berührt haben, dürfen nicht ungewaschen zum Mund geführt werden. Auch sollten Hunde und Katzen, die in der Nähe von Fuchspopulationen gehalten werden, regelmäßig entwurmt werden. Der Tierarzt verabreicht ein gegen den Fuchsbandwurm besonders wirksames, rezeptpflichtiges Medikament. Die Darmparasiten sterben dadurch ab und die Produktion von Wurmeiern wird unterbrochen. Würmer sind auch auf den Menschen übertragbar und stellen ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko dar. Kinder sind besonders gefährdet, denn sie leben oft in sehr engem Kontakt mit Tieren. So können beim Spielen im Sandkasten versehentlich Wurmeier oder Wurmlarven aufnehmen. Ungewaschenes Beerenobst oder Pilze können den Fuchswurm übertragen. Im ?Fehlwirt Mensch" können Würmer Erkrankungen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen, Leber- oder Lungenentzündungen, Sehstörungen, Hirn- und Rückenmarksschädigungen, epileptische Anfälle, stark juckende Ekzeme und allergische Reaktionen hervorrufen. Art und Ausmaß der Symptome sind davon abhängig, in welchen Organen und in welcher Zahl sie auftreten. Wurminfektionen sind tückisch und gefährden die Gesundheit. Würmer schwächen den Körper durch Verletzungen, Nährstoff- und Blutentzug sowie durch Stoffwechselgifte. Schon die Larven der Würmer rufen auf ihrer Wanderung im Körper Lungen- oder Leberentzündungen hervor. Ausgewachsene Würmer verursachen viele kleine innere Verletzungen, die zu Blutungen führen. Darmentzündungen mit Verdauungsstörungen wie Durchfall, Erbrechen, Krämpfen und aufgetriebenem Bauch, massive Verstopfungen bis zur Darmverlegung oder sogar Todesfälle können den Würmern zur Last gelegt werden. Auf den Menschen übertragen, kann er eine tückische, kaum heilbare Erkrankung auslösen, die Echinokokkose oder eine lebensgefährliche Leberzirrhose. Die Echinokokkose beim Menschen Beim Menschen verursacht der Fuchsbandwurm ein tumorähnliches Wachstum, meistens in der Leber, das ohne Behandlung zum Tode führt. Die Symptome sind ganz unspezifisch, wie sie etwa auch beim Leberkrebs auftreten: Druckgefühl im Oberbauch, Völlegefühl und schließlich auch eine Gelbverfärbung der Haut können in späteren Stadien auftreten. Im Menschen wächst die Fuchsbandwurmlarve sehr viel langsamer. Daher liegen zwischen Infektion und möglicher Erkrankung circa 10 bis 15 Jahre. Aus diesem Grund ist der Fuchsbandwurm im Frühstadium schwer zu diagnostizieren. Aber nur hier lässt er sich operativ entfernen. Die Operation, mit der der Parasit aus der Leber entfernt werden soll, führt nur selten zum Erfolg, weil die Krankheit meist so weit fortgeschritten ist, dass es nicht gelingt, den Parasiten ganz aus der Leber zu entfernen. Was bleibt, ist eine lebenslange medikamentöse Therapie, die bei den Patienten in der Regel sehr gut wirkt, indem sie das Wachstum des Fuchsbandwurmes stoppt. Der Infektionsweg Die genaueren Infektionsumstände beim Menschen sind noch unbekannt. Aber so viel ist klar: Die mikroskopisch kleinen Eier müssen in den Magen-Darm-Trakt des Menschen gelangen, um eine Infektion auszulösen. Vermutlich erkranken dann aber nur circa 10 Prozent auch tatsächlich. In serologischen Reihenuntersuchungen hat man festgestellt, dass gesunde Personen häufig spezifische Antikörper gegen den Parasiten aufwiesen, was darauf hindeutet, dass das Immunsystem sich bereits mit dem Parasiten auseinander gesetzt hatte.
Der kleine Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis ist bezüglich Form und Grösse ein untypischer Bandwurm. Er wird nur ca. 3 mm lang und besitzt selten mehr als 5 einzelne Glieder
Als mögliche Infektionsquellen galten lange Zeit Waldfrüchte oder Pilze, denen die Fuchsbandwurmeier anhaften. Da Beschwerden erst nach 10 bis 15 Jahren auftreten, lässt sich der konkrete Auslöser nie belegen. Und da die Füchse immer weiter in die Siedlungsgebiete des Menschen vordringen und ihre Nahrung eher auf Feldern und in Gärten als im Wald suchen, sind Waldfrüchte und Pilze als Infektionsquelle eher fraglich. In Risikogebieten sind Gartengemüse, bodennah wachsende Früchte, auch Plantagenerdbeeren und Früchte von Streuobstwiesen mindestens gleich risikobehaftet.  Die Verbreitung des Fuchsbandwurms nimmt zu Bundesweit breitet sich der Fuchsbandwurm aus. Besonders in Baden-Württemberg und Bayern, aber auch in verschiedenen Regionen Nordrhein- Westfalens steigen die Befallsraten. Was das für das Infektionsrisiko beim Menschen bedeutet, wird man vermutlich erst in zehn Jahren wissen. Unter Experten besteht die Sorge, dass die gegenwärtig stark vermehrte Kontamination der Umwelt mit infektiösen Eiern in Zukunft einen Anstieg der Erkrankungsfälle nach sich ziehen könnte. Wissenschaftler gehen grundsätzlich von fünf Erkrankten unter 100.000 Menschen aus. Auf der Schwäbischen Alb, in einer Region mit Befallsraten über 70 Prozent wurde eine lokale Infektionsrate von 100 Erkrankten unter 100.000 Menschen festgestellt (Stand 2005). Bislang sind unter den Erkrankten laut Studien aus Bayern und der Schweiz häufig Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Erklärungen sind zum Beispiel der regelmäßige Kontakt mit feuchter Erde, in der die Eier lange lebensfähig bleiben, oder eine Infektion durch aufgewirbelte Eier aus getrocknetem, zerfallenem Fuchskot auf Feldern beim Mähen.   Allgemeine Empfehlungen Da sich bislang kein Infektionsweg wissenschaftlich beweisen lässt, wird allgemein empfohlen, bodennah wachsende Früchte, auch Plantagenerdbeeren, Früchte von Streuobstwiesen oder Gartengemüse vor dem Verzehr zu waschen. Erhitzen über 60 Grad Celsius tötet die Eier jedoch am wirkungsvollsten ab. In Regionen mit starkem Fuchsbandwurmbefall sollten zudem Katzen und Hunde, die Mäuse fangen, regelmäßig entwurmt werden, da auch sie den Parasiten übertragen können und zu den Hauptrisikofaktoren zählen. Nach Arbeiten im Freiland und vor dem Verzehren von Nahrung Hände gründlich säubern und möglichst versuchen, keine Eier über verschmutze Schuhe oder Kleidung mit ins Haus zu tragen. Bei landwirtschaftlichen Arbeiten mit starkem Staubanfall, wie dem Mähen, möglichst einen Atemschutz tragen. Beschwerden Bis sich nach einer Hunde- oder Fuchsbandwurminfektion Beschwerden zeigen, können manchmal zehn oder mehr Jahre vergehen. Der Zeitpunkt des Auftretens und die Art der Symptome ist vom betroffenen Organ abhängig: Leberzysten müssen eine gewisse Größe erreichen, bis sie sich bemerkbar machen, während eine winzige Zyste im Gehirn oder Herzmuskel bereits ernsthafte Beschwerden (Lähmungen und andere Ausfallerscheinungen bzw. Herzrhythmusstörungen) auslösen kann. Leberzysten können unspezifische Unterleibsschmerzen und Koliken auslösen, Verstopfung der Gallengänge, Gelbsucht. Lungenzysten verursachen Atemnot, Husten und Schmerzen in der Lunge. Krebsartig wachsendes Lebergewebe führt zu eher unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, manchmal Fieber, Bauchschmerzen. Die Leber wächst und verhärtet sich spürbar. Mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen Wenn Echinokokkus-Zysten platzen, können sie Sekundärinfektionen hervorrufen, Abszesse, bei der Freisetzung größerer Gewebemengen auch einen allergischen Schock. Zysten in Herz oder Hirn können durch Blockade von Blutgefäßen einen Herzinfarkt bzw. Schlaganfall auslösen. Diagnose Wenn die Beschwerden einen Verdacht auf Echinokokkus-Infektion hervorrufen, können Diagnosemethoden der Serologie (Labormedizinische Untersuchung) sowie Bildverfahren (Röntgenuntersuchung- und Ultraschalluntersuchung, Computertomografie- und Kernspintomografie) durchgeführt werden. Ein Antikörpernachweis ist frühestens 3 bis 6 Monate nach einer Infektion möglich. Auf bildgebende Verfahren kann zur Diagnose, aber auch zur Abklärung der Lage und Größe von Zysten bzw. des Umfangs von larvendurchsetztem Organgewebe nicht verzichtet werden. Manchmal ist ein sicherer Nachweis des Befalls nur durch Gewebeentnahmen möglich. Behandlung Die Behandlungsmethode der Wahl ist die operative Entfernung des larvenhaltigen Gewebes. Dies ist jedoch nur bei einfach ausgebildeten, klar abgegrenzten Zysten möglich. Bei Mehrfach-Zysten kann eine Teilentfernung des betroffenen Organs nötig sein. Wenn eine Operation nicht möglich ist - wie meistens bei Befall mit Fuchsbandwurm (alveolärer Echinokokkose) - bleibt die Möglichkeit einer chemischen Bekämpfung der Larven mit Medikamenten. Medikamentöse Behandlung Mittel der Wahl ist Albendazol, auch Mebendazol. Die medikamentöse Therapie ist jedoch sehr langwierig und führt nur bei Infektion mit E. granulosus zur Beseitigung des Befalls. Bei E. multilocularis kann meist nur das Wachstum des befallenen Gewebes aufgehalten werden. In diesem Fall ist eine lebenslange Medikamenteneinnahme erforderlich. Heilungschancen Die Heilungschancen hängen davon ab, wie schwer die befallenen Organe bereits geschädigt sind. Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist im Gegensatz zur Infektion mit dem Hundebandwurm nur vollständig heilbar, wenn das betroffene Organgewebe radikal entfernt werden kann. Da sich die alveoläre Echinokokkose aber nur sehr langsam entwickelt, ist es zum Zeitpunkt der Entdeckung der Infektion dafür meistens schon zu spät. Bei medikamentöser Behandlung beträgt die Überlebensrate heute jedoch in den ersten 10 Jahren nach der Diagnosestellung 90 Prozent. Definition Der Fuchsbandwurm (im Sprachgebrauch ist auch vom Fuchswurm die Rede) ist eine Art der Bandwürmer (Cestoda) und parasitiert vor allem im Rotfuchs, Polarfuchs und Marderhund, seltener im Haushund oder in der Hauskatze. Als Zwischenwirt dienen kleine Säugetiere, wie Rötelmaus oder Feldmaus. Der Fuchsbandwurm ist der Auslöser der alveolären (bläschenartigen) Echinokokkose, einer lebensgefährlichen Wurmerkrankung. Merkmale Als kleinerer Vertreter der Bandwürmer erreicht der Fuchsbandwurm eine Länge von nur rund drei Millimetern bei einem Durchmesser von rund einem Millimeter (zum Vergleich: der größte Bandwurm erreicht eine Länge von rund 20 Metern). Der Kopf (Scolex) besitzt Saugnäpfe und bei vielen Bandwürmern Haken, um sich an der Darmwand des Wirtes festzusetzen. Diese sind in zwei Reihen zu je 13 bis 18 Häkchen angeordnet, wobei die vorderen größer als die dahinterliegenden sind. Sein Körper ist in drei bis vier segmentähnliche Körperabschnitte (Proglottiden) unterteilt, wobei die letzte Proglottis stark vergrößert ist und fast die Hälfte der gesamten Länge des Wurmes ausmacht. In den Proglottien liegt jeweils ein Satz von Geschlechtsorganen vor, in denen Spermien und später Eier produziert werden. Etwa in der Mitte der Proglottiden liegt der deutlich erkennbare Genitalporus. Verbreitung Die Verbreitungsgebiete erstrecken sich vor allem auf die gemäßigten bis kalt-gemäßigten Klimazonen Mitteleuropas und Nordamerikas. Die Echinokokkose kommt in den meisten Gebieten endemisch vor, breitet sich jedoch zusehends auf ganz Mitteleuropa aus, da immer mehr Rotfüchse in die Städte abwandern und sich der Fuchsbandwurm dort vor allem unter der Nagetierpopulation ausbreiten kann. Die Befallsdichte schwankt erheblich, in manchen Regionen sind bis zu 70 % der Füchse befallen (Südwestdeutschland), in anderen nur bis zu 5 %. Vor allem in Sibirien und Alaska mit den Inseln des Beringmeers sowie in der Schweiz (Schwerpunkt Kanton Thurgau) und in Deutschland im Bereich der Schwäbischen Alb häufen sich die Vorkommen. Zumindest in Europa kommt es aufgrund dieser inselhaften Verbreitung so gut wie gar nicht zu einer Überlappung mit dem Verbreitungsgebiet für den Hundebandwurm (Echinococcus granulosus). Ein Grund für diese Verteilung ist noch nicht bekannt. Epidemiologie Die Anzahl der Übertragungen auf den Menschen ist offensichtlich sehr gering. In ganz Europa sind im Zeitraum von 1982 bis 2000 lediglich 559 Fälle der alveolären Echinokokkose bekannt, wobei allerdings berücksichtigt werden muss, dass die tatsächliche Zahl der Fälle aufgrund der erst im Jahre 2000 begonnenen zentralen Erfassung nicht genau angegeben werden kann. Obwohl die Zahl der mit dem Bandwurm infizierten Füchse in Endemiegebieten relativ hoch ist, wurde kein eindeutiger Zusammenhang zwischen einer hohen Population von befallenen Füchsen und erhöhten Infektionsraten beim Menschen festgestellt. Daher wurde selbst in Gebieten, in denen bis zu 60 % der Füchse befallen waren, kein größerer Anstieg der an Echinokokkose erkrankten Menschen festgestellt. Lebenszyklus Die Entwicklung beginnt mit dem erwachsenen Wurm, der sich im Darm des Endwirtes niedergelassen hat; dort scheidet er bis zu 200 Eier (Oncosphären) pro Tag aus. Die Eier sind sehr kältebeständig und können monatelang infektiös bleiben. Das Ei wird zunächst von einem Zwischenwirt (Nager) aufgenommen; im Magen löst sich die Eikapsel auf und die so genannte Hexacanthenlarve durchdringt die Darmwand und gelangt so in die Blutbahn oder in die Lymphe. Die Larve setzt sich vor allem im Lebergewebe fest, kann aber auch Lunge, Herz und Milz befallen und bildet eine Hydatide (griech. wasserreich) genannte, knospende Larvenstruktur. Sie bildet Ausläufer und beginnt damit, das umliegende Gewebe zu zersetzen. Es bildet sich ein großes schwammiges Gewebe (Metacestode), in dessen Wand sich die knospenden Protoscolices bilden, Bandwurmfinnen mit eingestülptem Kopf. Sie wird aus diesem Grunde als Hydatide des alveolären Typs von der Hydatide des cystischen Typs des Hundebandwurms abgegrenzt, bei dem durch eine Knospung in den Innenraum große Hydatidenblasen gebildet werden. Durch die Erkrankung wird der Zwischenwirt immer schwächer und damit eine leichte Beute für den Endwirt (Hund, Fuchs, Katze). Selbst nach dem Tod des Zwischenwirtes bleibt die Hydatidenlarve noch lange infektiös, so dass auch Tiere, die sich von Aas ernähren, zum Endwirt werden können. Nimmt nun der Endwirt Teile der Hydatiden auf, so wird das umliegende Gewebe verdaut und die freigewordenen Bandwürmer setzen sich mit ihren Haken im Dünndarm fest. Dort ernähren sie sich kommensal. Die Nahrung wird über ihre Außenhaut, die syncytiale Neodermis, aufgenommen. Sie besteht aus dem ?Nahrungsbrei?, der im Dünndarm vorhanden ist und aus dem der Wurm die Nährstoffe resorbiert. Der Stoffwechsel verläuft anaerob über die Glykolyse. Es können tausende Würmer im Endwirt vorkommen, ohne diesen ernsthaft zu beeinträchtigen. Bei starkem Befall verteilen sich die Tiere gleichmäßig über den gesamten Dünndarm, bei wenigen Tieren bleibt in der Regel das erste Dünndarmdrittel frei. Infektionsfolgen beim Menschen Fuchsbandwürmer sind selbst bei hohem Aufkommen im Endwirt für diesen kaum schädlich, für den Menschen hat aber eine Infektion meist verheerende Folgen. Zwar stellt im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurmes der Mensch einen Fehlzwischenwirt dar, da die Infektion nicht an den Endwirt weitergegeben wird, jedoch findet in den Organen eines infizierten Menschen, vornehmlich in Leber, Lunge und Gehirn, eine Finnenentwicklung statt, die das Krankheitsbild der alveolären Echinokokkose hervorruft. Dabei entsteht ein Netzwerk von Röhren in den befallenen Organen. Sie enthalten die Finnen von Echinococcus multilocularis in Form von Anhäufungen mikroskopisch kleiner, von Bindegewebe umschlossenen Bläschen (Alveolen). Man spricht daher von einer alveolären Echinokokkose im Gegensatz zur zystischen Echinokokkose bei Infektion durch den Hundebandwurm. Das Finnengewebe breitet sich wie Metastasen aus, wodurch die betroffenen Organe schleichend, aber weitgehend zerstört werden. Die Erkrankung wird meist erst zehn bis zwanzig Jahre nach der Infektion bemerkt, unter anderem, da die Symptome bei Befall der Leber Ähnlichkeit mit einem Leberkarzinom oder einer Leberzirrhose besitzen. Eine Abgrenzung gegen die vorgenannten Erkrankungen ist mittels Antikörpernachweis im Blut möglich. Durch die starke Durchwachsung der betroffenen Organe und die unscharfe Abgrenzung der befallenen Areale zu gesunden Organbereichen ist eine Operation bei fortgeschrittener Erkrankung kaum durchführbar. Ohne eine Operation oder die jahrelange Einnahme von Anti-Wurm- Medikamenten sterben die meisten Patienten an Leberversagen.
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