Biel Ultramarathon - 100KM Lauf 2006 Vorbereitung zum Ultramarathon: Eigentlich wollte ich in diesem Jahr nicht in Biel starten, aber nachdem mich mein Coach Rolf so nett darum gebeten hat, da konnte ich doch nicht nein sagen. Was blieb mir also anderes übrig, als mich Monatelang auf diesen Lauf vor zubereiten. Was für mich ganz klar war, ich wollte bei diesem Lauf  unbedingt die 10 Stunden unterbieten. Soweit ich konnte (und wollte) habe ich meine Trainingseinheiten durchgezogen, aber um ehrlich zu sein, dieses mal hat mir irgendwie der innere Schweinehund gefehlt, so locker-leicht konsequent wie all die Jahre zuvor zu trainieren. Ich mußte mich regelrecht zu meinen Trainingseinheiten zwingen, und wie so oft in der Vergangenheit bei Trainingsvorbereitungen, je näher es dem Lauf zuging um so weniger "Spaß" hatte ich daran zu trainieren. Aber immer mit dem Ziel vor Augen, daß dieser Lauf  es wert ist sich zu quälen. Damit ich bei diesen Lauf auch wirklich gut durchkomme, habe ich mir extra einen eigenen speziellen Ernährungsplan zugelegt, der mich auf den Punkt genau, auf meine Höchstleistung bringen sollte. Alles war perfekt vorbereitet, meine Zielzeit von 10 Stunden war meines erachtens mit meiner Fitness und Vorbereitung zu schaffen. Aber dann kam der "Rückschlag" für mich, 10 Tage vor dem Lauf erwischte mich noch ein grippaler Infekt..... mein Trainingsplan war hinfällig, und es war nicht einmal klar, ob ich starten konnte. Mit diesem Gefühl fieberte ich dem Starttermin entgegen. Am Mittwoch, drei Tage vor dem Start Termin war für mich klar das ich starten konnte. Ich wußte aber noch nicht, ob ich die gesamte Distanz durchhalten würde. Ich war gewillt mein bestes zu geben und den Lauf so gut als möglich abzuschließen. Gedanklich war ich auch bereit, der Gesundheit wegen, frühzeitig aus dem Rennen zu "gehen", aber ich wollte es auf jeden Fall versuchen durchzukommen. Mit all diesen Gedanken trafen wir (meine liebe Frau Elke & ich) in Biel ein. Ich war überrascht was sich seit meinem letzten Lauf 2004 hier verändert hatte. Die Halle für die Unterlagen hatte sich nicht verändert, jedoch konnte man an mehreren "Ständen" seine Unterlagen abholen. Zudem waren die Massagen und die Umkleiden in der Curlinghalle nebenan, dort konnte man seine Wertsachen abgeben. Die Duschen waren jetzt außerhalb der Curlinghalle in einem entsprechendem Duschzelt untergebracht. Nachdem die Startunterlagen abgeholt waren, gingen wir zu unseren Lauf-Bekannten Steffi & Andrea (die wir beim Swiss Jura Trail 2005 kennen gelernt haben) die in Biel neben der Halle im Zelt übernachtet haben. Jetzt noch die letzte Nahrung aufnehmen und sich mental auf den Lauf vorbereiten, und darauf warten das mein Coach Team Rolf und Norina auf uns stoßen würde. Für Rolf war dies bereits die dritte Teilnahme am Bieler Lauf, er kennt die Strecke sehr gut und weiß ganz genau, wann es nötig ist mich (mental) zu unterstützen. Seine Tochter Norina hat ihn das erste Stück bis Lyss begleitet,  und sollte später wieder einsteigen. Mit dieser direkten Unterstützung und mit Elke die an allen wichtigen Verpflegungsstellen mit dem Auto anfuhr, konnte dieses Unterfangen ja kaum schief gehen, oder etwas doch ? Jetzt war es endlich bald soweit, nochmals ein kurzes Foto am Startpunkt, und dann verabschiedeten wir unsere beiden Radbegleiter die ich dann zum ersten mal erst wieder in Lyss treffen sollte. Norina, Thomas und Rolf kurz vorm Start Jetzt ging alles sehr schnell, es wurden die "üblichen" Ansagen und Danksagungen ausgesprochen und alle bereiteten sich auf den Start vor. In der ersten Reihe starteten die Eishockey Spieler von Biel, die dadurch für die Elite den Platz frei machten. Dann war es endlich soweit, pünktlich um 22:00 Uhr fiel der Startschuß zum 48 Bieler Lauf. Es waren für diese Nacht einfach ideale Bedingungen, beim Start waren es ca. 19 °C, ganz leichter Wind und ein fast Wolkenfreier Himmel mit Vollmond, schöner und besser konnte der Lauf nicht beginnen. Der Lauf Ich wußte bereits vom Lauf im Jahr 2004, das die ersten 6 Kilometer schön flach verlaufen und das ich hier Zeit gutmachen konnte. Dementsprechend habe ich es bei diesem Teilabschnitt etwas schneller angehen lassen um hier schon mal Zeit gut zu machen. Ich konnte das Tempo wirklich gut anziehen und halten. Bei KM 6 kam die erste Steigung die ich nur gegangen bin, sollten mich doch die anderen ruhig überholen, sie würden schon noch merken was sie davon haben. Wer hier sein "Pulver verschießt" wird am Ende dafür büßen, Die erste Steigung bei Bellmund Jetzt ging es hinaus auf die Feldwege, außerhalb der Städte. Hier war es angenehm frisch und das Feld der Läuferinnen und Läufer war noch richtig schön zusammen. Bis nach Lyss wo mein Coach Rolf schon auf mich wartete, waren es noch einige Kilometer. Umso mehr konnte ich die Landschaft, den Vollmond  und die Stimmung genießen. Das nächste Ziel war Aarberg mit seiner Holzbrücke, an der sehr viele nette Leute waren die einen anfeuerten und alles gute auf den Weg wünschten. Ab Lyss wurde ich von Rolf mit dem Fahrrad begleitet. Er signalisierte mir das ich eigentlich zu schnell sei, aber das hatte ich schon selbst festgestellt. Meine Frau Elke und Norina (zweiter Coach und Tochter von Rolf)  standen hier, wie auch an den anderen großen Verpflegungsstellen, um mich aufzumuntern und anzufeuern. Kurz nach Lyss Ich wußte das es jetzt gleich wieder aufwärts gehen würde, und so spulte ich meine Kilometer so gleichmäßig wie nur möglich ab. Bis jetzt ging es mir verhältnismäßig gut, aber das konnte sich bei so einem langen Lauf schlagartig ändern. Meine Frau Elke & Rolf mein Coach Elke & Norina mein "zweiter" Coach Wir näherten uns Oberramsern, dem Ausstieg für die Marathon Finisher und dem Wechsel für die Stafetten Läufer. Hier folgte der stärkste und steilste Aufstieg von ca. 180 Höhenmeter und ca. 3,5 Kilometer Länge. Während ich hier zügig hochging, eilten viele an mir vorbei und überholten mich, und was mich wieder wunderte, das waren  keine Stafettenläuferinnen und Stafettenläufer. Umso mehr konnte ich die Impressionen dieser einzigartigen Nacht genießen und "fühlen". Wenn die anderen nur wüssten was sie verpassten ! Teilweise waren in den Wäldern nur 7 °C, und obwohl ich nur kurze Hose und ein kurzes T-Shirt trug, war diese Temperatur für mich genau richtig. 50 KM - die Hälfte war geschafft Wir näherten uns dem ersten Hauptziel Kirchberg, und darauf freute ich mich ganz besonders, da direkt am Anschluß darauf mein geliebter Ho Chi Min beginnt. An der Verpflegungsstelle Kirchberg habe ich erst einmal eine kleine Rast gemacht, jetzt machte sich so langsam der grippale Infekt bemerkbar, ich fühlte mich jetzt schon ziemlich ausgepowert und matt, wie sollte das noch weitergehen ? Den Ho Chi Min Pfad muß man sich ungefähr so vorstellen: Ein Pfad, sehr dicht bewachsen so das kaum Licht (Mond oder Sonne) hindurch kommt, und dort kann man zu zweit, an wenigen Stücken zu dritt nebeneinander laufen. Was diesen Weg so "gemein" macht, er ist an den Seiten nach unten gewölbt und besitzt teilweise Grasnarben. Außerdem gibt es hier meist kaum sehbare Wurzeln der Bäume und Sträucher, und viele große und kleine Steine. Hier muß man äußerst konzentriert laufen wenn man sich nicht verletzen möchte. In all den Jahren hat es schon einige Läufer gegeben denen ein "Mißgeschick" hier Schmerzen oder sogar das Ende des Laufes bescherte, deswegen Augen auf, auf diesem Pfad ! Hier hatte ich auch mein besonderes Erlebnis. Als ich meine Lampe einschalten wollte, stellte ich fest das sie schon eingeschalten war.... das heißt ich hatte gar kein Licht. Nun ja, ich hatte ja zwei Möglichkeiten, in der absoluten Finsternis laufen, oder jemanden finden an den ich mich "anhängen" konnte. Ich lief in den Pfad hinein und hatte gleich das Glück das ein Läufer mit Lampe direkt hinter mir war. Ich ließ ihn überholen und vor mir laufen, denn durch die Schatten und das Gewackel der Lampe konnten sich meine Augen nicht richtig einstellen. Eigentlich wollte ich diesen Teil "gemütlich" laufen und dort Bilder machen, aber nun mußte ich mich an ihn anhängen und sein Tempo mithalten. Ich dachte dieses Tempo kannst Du nicht mehr lange halten, und als ob er mich gehört hatte, nahm er sein Tempo ein wenig raus, welches Glück. Immer wieder überholten uns von hier ab Stafettenläufer, und wenn diese nicht als solche gekennzeichnet gewesen wären, dann hätte mich das schon ziemlich "frustriert" einfach so locker überholt zu werden. Mittlerweile waren wir zu viert, das heißt "3 Lampenläufer" und ich. Das Glück sollte sich noch zeigen, denn so schnell konnte ich gar nicht sehen, wie ich auch schon flach lag, ich war mit meinem rechten Fuß (genauer gesagt meinem rechten Zeh) an einer Baumwurzel hängen geblieben. Ein kurzer heftiger Schmerz durchfuhr mich, meine einzige Reaktion in diesem Moment ganz schnell aufstehen und gleich wieder an die "Lampenläufer" hängen, bevor es wieder dunkel wurde. Ich merkte das irgendetwas "unangenehmes" mit dem großen Zeh war, aber ich wollte diesen dunklen Teil schnellstmöglich hinter mich bringen. Laut meinem Gefühl lief ich hier die ganze Zeit eine sanfte Steigung, die Muskeln wurden immer matter und irgendwie wollte es gar nicht mehr so richtig laufen. Mein Coach fehlte mir hier ein wenig, aber diese Strecke ist eine der wenigen bei denen die Radbegleiter verboten sind. Aus Sicht der Sicherheit ganz verständlich, obwohl ich es auch mal toll finden würde, wenn die Radbegleiter diese Strecke auch einmal kennen lernen dürften. Bei KM 74 - Ichertswill Die nächsten 8 Kilometer nachdem ich Gerlafingen hinter mir hatte, sollte die letzte nennenswerte Steigung sein. Ich war mittlerweile so ausgepowert das ich nur noch am Ziel ankommen wollte, egal wann, Hauptsache ankommen. Meinen besonderen "Tiefpunkt" hatte ich dann bei Bibern, wo es noch ein wenig steiler hochging. Hier kann nur jemand mitreden der einen so langen Lauf schon hinter sich gebracht hat.  Ich denke sonst weiß niemand wie "schmerzhaft" und anstrengend diese Steigung am Ende des Laufes sein kann. Rolf hatte schon Probleme mich "aufzumuntern", obwohl uns beiden klar war das ich diesen Lauf auf jeden Fall beenden würde, jetzt wo ich schon soweit gekommen bin. Immer öfters machte ich eine Gehpause und sehnte das Ziel herbei. Nachdem ich Arch hinter mich gebracht hatte konnte ich dem Lauf der Aare folgen. an der Brücke zur Aare - kurz nach Arch   immer schön an der Aare entlang Mittlerweile war die Sonne aufgegangen, und ein frühlingshafter Tag sollte beginnen. Zu meiner "Kraftlosigkeit" gesellten sich jetzt auch noch Schmerzen am rechten großen Zeh. Ich hatte die ganze Zeit den Schmerz "ignoriert" aber langsam wurden die Schmerzen nicht nur lästig. Zum Glück war ich hier bereits bei Pieterlen und zum Ziel durften es nur noch ca. 7 KM sein.  Die allerletzte "Steigung" und dann geht es fast nur noch am Wald entlang bis zum heißbegehrten Ziel. ab Pieterlen stieg Norina wieder als "Zweit Coach" ein Elke konnte mich nicht so richtig aufmuntern, ich denke Sie hat schon gemerkt das mir der Lauf in diesem Jahr besonders schwer gefallen ist. Zum Glück war ich nicht der einzigste den die Kraft verlassen hatte. Mittlerweile tat jeder Schritt weh, die Muskeln schrien nach einer Erholung, aber so kurz vor dem Ziel gab es für mich nur eines, weitermachen und durchhalten. KM 95 - nur noch "lächerliche 5KM zum Ziel" Nach mehreren kurzen Gehpausen und nochmaliger Verpflegung gelang es mir, die letzten 5 Kilometer durchzulaufen, nicht besonders schnell und ganz sicher nicht ästhetisch anzuschauen, aber es ging Schritt für Schritt vorwärts. Bisher war es immer so, das ich am Ziel nochmals kräftig zulegen konnte und sogar noch einige Teilnehmer überholte, dieses mal aber war ich aber einfach schlapp und kraftlos, mein Infekt hatte mich im Griff und die Schmerzen am rechten großen Zeh taten ihr restliches. Norina und Rolf begleiteten mich zum Ziel, Besucher am Rand feuerten mich an, jetzt endlich war ich am heiß ersehnten Ziel. Zieleinlauf nach 99,8 KM ........         Norina, Thomas und Rolf beim persönlichen Zielfoto Im Ziel angekommen fiel ich erst einmal meiner Frau um den Hals. Das lange Training und das Verständnis von Elke für die lange Trainingsvorbereitung hatten sich gelohnt, und Rolf und Norina hatten mich erfolgreich begleitet und mich immer wieder animiert weiter zu machen. Jetzt zog ich erst einmal meinen rechten Schuh aus um nachzusehen was da am Ho Chi Min Pfad passiert ist. Nachdem ich es gesehen hatte, war mir auch alles klar. Durch das "hängen bleiben" an der Wurzel habe ich den Zehennagel nach oben gebogen, so das er bei jedem Schritt gegen das Material vom Schuh gedrückt wurde. Dadurch bildete sich eine wirklich große Blase direkt unter dem Zehennagel. Sofort habe ich mit einer Nadel die Blase angestochen um den Druck darauf zu entlasten. schmerzhaftes aufstechen der Blase am rechten großen Zeh Wie sich später noch zeigen sollte, war das aber erst der Anfang. Im Laufe der Woche bekam ich eine schmerzhafte Nagelbettentzündung, und im Laufe der nächsten Monate verlor ich noch zwei Zehennägel. Nach dem Duschen trafen wir uns alle im Zelt um zu frühstücken, vielleicht verrückt aber gerade jetzt hatte ich so richtig Hunger auf heiße fettige Pommes, und irgendwie habe ich diese  auch genossen. Nachdem dann Andrea & Steffi ebenfalls im Ziel angekommen sind, haben wir uns für einen kleinen Plausch im Zelt getroffen. Hier wurde dann schon wieder gefachsimpelt wieso, weshalb warum...... erschöpfte "Nachbesprechung" nach dem Lauf mit Steffi und Andrea Fazit: Im Ziel bin ich wirklich am Ende meiner Kräfte. Ich hätte nicht geglaubt, das ich diesen Lauf durchhalten könnte, umso erleichterter und zufriedener kam ich am Ziel an. Diesen Erfolg habe ich ganz klar meiner Frau Elke, und meinem Coach Team Rolf & Norina zu verdanken. Sie haben mich auf den "Weg gebracht", haben an mich geglaubt und mich immer wieder animiert weiter zu machen. Für mich persönlich ist Biel ein besonders schöner Lauf, da man fast 6 Stunden im dunkeln laufen kann. Ich liebe es einfach im dunkeln bzw. in der Nacht zu laufen, den der Nachtlauf hinterlässt für mich einfach die schönsten Eindrücke und Erlebnisse. Die Zeit verfliegt so schnell, die umgebenden Geräusche, die Umrisse der Umgebung werden umso intensiver aufgenommen und verarbeitet. Die Fantasie wird im dunkeln mehr angeregt und spielt einem mal mehr oder weniger einen kleinen Streich. In der Nacht wurde es aber besonders im Wald besonders frisch, teilweise herrschten hier nur maximal  6 °C. Dieses tolle Wetter das wir bei diesem Lauf hatten war einzigartig, und ich glaube das jeder darüber froh war. Wir hatten eine wunderschöne Aussicht und Landschaft die wir genießen durften, und als kleine Belohnung konnte man am klaren Himmel die kleinen funkelnden Sterne und den Vollmond sehr schön beobachten. Den Lauf habe ich in persönlicher Bestzeit hinter mich gebracht, aber jetzt steht für mich fest, das ich eigentlich keine Wettkämpfe mehr laufen möchte, sondern das ich mich eher den Genussläufen widmen möchte. Und falls es doch mal wieder ein Wettkampf sein sollte (wie z. Bspl. hier in Biel), dann möchte ich den auf meine Art und Weise genießen. Die nächsten zwei Tage ging ich,  wie so üblich nach langen Läufen "hakelig" und "ungelenk", ziemlich jeder Schritt tat weh. Besonders nachdem ich  mal  eine kurze oder längere Zeit gesessen hatte, dann wußte ich nicht, wie ich wieder schmerzfrei "hochkommen" sollte, aber das ist der Preis für diesen Lauf ! Zur Organisation: Die Organisation hat in meinen Augen das bestmögliche aus diesem Lauf gemacht was möglich war. Schon bei den Startunterlagen, dann beim Start, bei den Verpflegungsstellen die klar aufgeteilt und hervorragend ausgestattet waren, am Ziel und bei den wirklich guten warmen Duschen -  es war ganz einfach gesagt perfekt. Auf diesem Weg möchte ich mich bei allen Helfern, die im Vorder- und Hintergrund die ganze Sache unterstützt haben und geholfen haben, recht herzlich bedanken. Den einzigen Kritikpunkt den ich schon seit 2003 bemängle ist der Zieleinlauf. Ich denke aber, das dieser Punkt auch irgendwann in den nächsten Jahren erledigt wird, denn wer möchte schon in einer "Mondlandschaft" ins Ziel einlaufen, das macht wirklich keinen Spaß !   Denkt an den 50. Bieler Lauf im Jahr 2008 !! Höhenprofil Biel 100 KM     der Dank für all die Quälerei - die neue Biel Medallie Statistik: Distanz: 100,00 KM Aufstieg (selbst gemessen - Polar S 710): 565 Meter Wasser: 0,1 Liter Tee: 0,2 Liter  Suppe: 0,8 Liter  Isotonische Geränke insgesamt: 3,8 Liter Kohlenhydrat angereichertes Wasser: 0,8 Liter Energieriegel: 2 Stück verbrauchte Energie: ca. 7.522 Kcal durchschnittl. Herzfrequenz: 152 bpm Herzschläge insgesamt während des Laufes: 92.960 Nettogewichtsabnahme: 1,0 kg eigene Zielzeit: 10:10:59,8 gemeldete Starter: ca.  2.500 Starter beim Ultramarathon: ca.  1.540 Finisher beim Ultramarathon: 1.425 erster Läufer im Ziel: 07:24:41,7 erste Läuferin im Ziel: 07:51:34,2 letzter Läufer im Ziel: 20:23:18,3
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Biel Ultramarathon - 100KM Lauf 2006 Vorbereitung zum Ultramarathon: Eigentlich wollte ich in diesem Jahr nicht in Biel starten, aber nachdem mich mein Coach Rolf so nett darum gebeten hat, da konnte ich doch nicht nein sagen. Was blieb mir also anderes übrig, als mich Monatelang auf diesen Lauf vor zubereiten. Was für mich ganz klar war, ich wollte bei diesem Lauf  unbedingt die 10 Stunden unterbieten. Soweit ich konnte (und wollte) habe ich meine Trainingseinheiten durchgezogen, aber um ehrlich zu sein, dieses mal hat mir irgendwie der innere Schweinehund gefehlt, so locker-leicht konsequent wie all die Jahre zuvor zu trainieren. Ich mußte mich regelrecht zu meinen Trainingseinheiten zwingen, und wie so oft in der Vergangenheit bei Trainingsvorbereitungen, je näher es dem Lauf zuging um so weniger "Spaß" hatte ich daran zu trainieren. Aber immer mit dem Ziel vor Augen, daß dieser Lauf  es wert ist sich zu quälen. Damit ich bei diesen Lauf auch wirklich gut durchkomme, habe ich mir extra einen eigenen speziellen Ernährungsplan zugelegt, der mich auf den Punkt genau, auf meine Höchstleistung bringen sollte. Alles war perfekt vorbereitet, meine Zielzeit von 10 Stunden war meines erachtens mit meiner Fitness und Vorbereitung zu schaffen. Aber dann kam der "Rückschlag" für mich, 10 Tage vor dem Lauf erwischte mich noch ein grippaler Infekt..... mein Trainingsplan war hinfällig, und es war nicht einmal klar, ob ich starten konnte. Mit diesem Gefühl fieberte ich dem Starttermin entgegen. Am Mittwoch, drei Tage vor dem Start Termin war für mich klar das ich starten konnte. Ich wußte aber noch nicht, ob ich die gesamte Distanz durchhalten würde. Ich war gewillt mein bestes zu geben und den Lauf so gut als möglich abzuschließen. Gedanklich war ich auch bereit, der Gesundheit wegen, frühzeitig aus dem Rennen zu "gehen", aber ich wollte es auf jeden Fall versuchen durchzukommen. Mit all diesen Gedanken trafen wir (meine liebe Frau Elke & ich) in Biel ein. Ich war überrascht was sich seit meinem letzten Lauf 2004 hier verändert hatte. Die Halle für die Unterlagen hatte sich nicht verändert, jedoch konnte man an mehreren "Ständen" seine Unterlagen abholen. Zudem waren die Massagen und die Umkleiden in der Curlinghalle nebenan, dort konnte man seine Wertsachen abgeben. Die Duschen waren jetzt außerhalb der Curlinghalle in einem entsprechendem Duschzelt untergebracht. Nachdem die Startunterlagen abgeholt waren, gingen wir zu unseren Lauf- Bekannten Steffi & Andrea (die wir beim Swiss Jura Trail 2005 kennen gelernt haben) die in Biel neben der Halle im Zelt übernachtet haben. Jetzt noch die letzte Nahrung aufnehmen und sich mental auf den Lauf vorbereiten, und darauf warten das mein Coach Team Rolf und Norina auf uns stoßen würde. Für Rolf war dies bereits die dritte Teilnahme am Bieler Lauf, er kennt die Strecke sehr gut und weiß ganz genau, wann es nötig ist mich (mental) zu unterstützen. Seine Tochter Norina hat ihn das erste Stück bis Lyss begleitet,  und sollte später wieder einsteigen. Mit dieser direkten Unterstützung und mit Elke die an allen wichtigen Verpflegungsstellen mit dem Auto anfuhr, konnte dieses Unterfangen ja kaum schief gehen, oder etwas doch ? Jetzt war es endlich bald soweit, nochmals ein kurzes Foto am Startpunkt, und dann verabschiedeten wir unsere beiden Radbegleiter die ich dann zum ersten mal erst wieder in Lyss treffen sollte. Norina, Thomas und Rolf kurz vorm Start Jetzt ging alles sehr schnell, es wurden die "üblichen" Ansagen und Danksagungen ausgesprochen und alle bereiteten sich auf den Start vor. In der ersten Reihe starteten die Eishockey Spieler von Biel, die dadurch für die Elite den Platz frei machten. Dann war es endlich soweit, pünktlich um 22:00 Uhr fiel der Startschuß zum 48 Bieler Lauf. Es waren für diese Nacht einfach ideale Bedingungen, beim Start waren es ca. 19 °C, ganz leichter Wind und ein fast Wolkenfreier Himmel mit Vollmond, schöner und besser konnte der Lauf nicht beginnen. Der Lauf Ich wußte bereits vom Lauf im Jahr 2004, das die ersten 6 Kilometer schön flach verlaufen und das ich hier Zeit gutmachen konnte. Dementsprechend habe ich es bei diesem Teilabschnitt etwas schneller angehen lassen um hier schon mal Zeit gut zu machen. Ich konnte das Tempo wirklich gut anziehen und halten. Bei KM 6 kam die erste Steigung die ich nur gegangen bin, sollten mich doch die anderen ruhig überholen, sie würden schon noch merken was sie davon haben. Wer hier sein "Pulver verschießt" wird am Ende dafür büßen, Die erste Steigung bei Bellmund Jetzt ging es hinaus auf die Feldwege, außerhalb der Städte. Hier war es angenehm frisch und das Feld der Läuferinnen und Läufer war noch richtig schön zusammen. Bis nach Lyss wo mein Coach Rolf schon auf mich wartete, waren es noch einige Kilometer. Umso mehr konnte ich die Landschaft, den Vollmond  und die Stimmung genießen. Das nächste Ziel war Aarberg mit seiner Holzbrücke, an der sehr viele nette Leute waren die einen anfeuerten und alles gute auf den Weg wünschten. Ab Lyss wurde ich von Rolf mit dem Fahrrad begleitet. Er signalisierte mir das ich eigentlich zu schnell sei, aber das hatte ich schon selbst festgestellt. Meine Frau Elke und Norina (zweiter Coach und Tochter von Rolf)  standen hier, wie auch an den anderen großen Verpflegungsstellen, um mich aufzumuntern und anzufeuern. Kurz nach Lyss Ich wußte das es jetzt gleich wieder aufwärts gehen würde, und so spulte ich meine Kilometer so gleichmäßig wie nur möglich ab. Bis jetzt ging es mir verhältnismäßig gut, aber das konnte sich bei so einem langen Lauf schlagartig ändern. Meine Frau Elke & Rolf mein Coach Elke & Norina mein "zweiter" Coach Wir näherten uns Oberramsern, dem Ausstieg für die Marathon Finisher und dem Wechsel für die Stafetten Läufer. Hier folgte der stärkste und steilste Aufstieg von ca. 180 Höhenmeter und ca. 3,5 Kilometer Länge. Während ich hier zügig hochging, eilten viele an mir vorbei und überholten mich, und was mich wieder wunderte, das waren  keine Stafettenläuferinnen und Stafettenläufer. Umso mehr konnte ich die Impressionen dieser einzigartigen Nacht genießen und "fühlen". Wenn die anderen nur wüssten was sie verpassten ! Teilweise waren in den Wäldern nur 7 °C, und obwohl ich nur kurze Hose und ein kurzes T-Shirt trug, war diese Temperatur für mich genau richtig. 50 KM - die Hälfte war geschafft Wir näherten uns dem ersten Hauptziel Kirchberg, und darauf freute ich mich ganz besonders, da direkt am Anschluß darauf mein geliebter Ho Chi Min beginnt. An der Verpflegungsstelle Kirchberg habe ich erst einmal eine kleine Rast gemacht, jetzt machte sich so langsam der grippale Infekt bemerkbar, ich fühlte mich jetzt schon ziemlich ausgepowert und matt, wie sollte das noch weitergehen ? Den Ho Chi Min Pfad muß man sich ungefähr so vorstellen: Ein Pfad, sehr dicht bewachsen so das kaum Licht (Mond oder Sonne) hindurch kommt, und dort kann man zu zweit, an wenigen Stücken zu dritt nebeneinander laufen. Was diesen Weg so "gemein" macht, er ist an den Seiten nach unten gewölbt und besitzt teilweise Grasnarben. Außerdem gibt es hier meist kaum sehbare Wurzeln der Bäume und Sträucher, und viele große und kleine Steine. Hier muß man äußerst konzentriert laufen wenn man sich nicht verletzen möchte. In all den Jahren hat es schon einige Läufer gegeben denen ein "Mißgeschick" hier Schmerzen oder sogar das Ende des Laufes bescherte, deswegen Augen auf, auf diesem Pfad ! Hier hatte ich auch mein besonderes Erlebnis. Als ich meine Lampe einschalten wollte, stellte ich fest das sie schon eingeschalten war.... das heißt ich hatte gar kein Licht. Nun ja, ich hatte ja zwei Möglichkeiten, in der absoluten Finsternis laufen, oder jemanden finden an den ich mich "anhängen" konnte. Ich lief in den Pfad hinein und hatte gleich das Glück das ein Läufer mit Lampe direkt hinter mir war. Ich ließ ihn überholen und vor mir laufen, denn durch die Schatten und das Gewackel der Lampe konnten sich meine Augen nicht richtig einstellen. Eigentlich wollte ich diesen Teil "gemütlich" laufen und dort Bilder machen, aber nun mußte ich mich an ihn anhängen und sein Tempo mithalten. Ich dachte dieses Tempo kannst Du nicht mehr lange halten, und als ob er mich gehört hatte, nahm er sein Tempo ein wenig raus, welches Glück. Immer wieder überholten uns von hier ab Stafettenläufer, und wenn diese nicht als solche gekennzeichnet gewesen wären, dann hätte mich das schon ziemlich "frustriert" einfach so locker überholt zu werden. Mittlerweile waren wir zu viert, das heißt "3 Lampenläufer" und ich. Das Glück sollte sich noch zeigen, denn so schnell konnte ich gar nicht sehen, wie ich auch schon flach lag, ich war mit meinem rechten Fuß (genauer gesagt meinem rechten Zeh) an einer Baumwurzel hängen geblieben. Ein kurzer heftiger Schmerz durchfuhr mich, meine einzige Reaktion in diesem Moment ganz schnell aufstehen und gleich wieder an die "Lampenläufer" hängen, bevor es wieder dunkel wurde. Ich merkte das irgendetwas "unangenehmes" mit dem großen Zeh war, aber ich wollte diesen dunklen Teil schnellstmöglich hinter mich bringen. Laut meinem Gefühl lief ich hier die ganze Zeit eine sanfte Steigung, die Muskeln wurden immer matter und irgendwie wollte es gar nicht mehr so richtig laufen. Mein Coach fehlte mir hier ein wenig, aber diese Strecke ist eine der wenigen bei denen die Radbegleiter verboten sind. Aus Sicht der Sicherheit ganz verständlich, obwohl ich es auch mal toll finden würde, wenn die Radbegleiter diese Strecke auch einmal kennen lernen dürften. Bei KM 74 - Ichertswill Die nächsten 8 Kilometer nachdem ich Gerlafingen hinter mir hatte, sollte die letzte nennenswerte Steigung sein. Ich war mittlerweile so ausgepowert das ich nur noch am Ziel ankommen wollte, egal wann, Hauptsache ankommen. Meinen besonderen "Tiefpunkt" hatte ich dann bei Bibern, wo es noch ein wenig steiler hochging. Hier kann nur jemand mitreden der einen so langen Lauf schon hinter sich gebracht hat.  Ich denke sonst weiß niemand wie "schmerzhaft" und anstrengend diese Steigung am Ende des Laufes sein kann. Rolf hatte schon Probleme mich "aufzumuntern", obwohl uns beiden klar war das ich diesen Lauf auf jeden Fall beenden würde, jetzt wo ich schon soweit gekommen bin. Immer öfters machte ich eine Gehpause und sehnte das Ziel herbei. Nachdem ich Arch hinter mich gebracht hatte konnte ich dem Lauf der Aare folgen. an der Brücke zur Aare - kurz nach Arch   immer schön an der Aare entlang Mittlerweile war die Sonne aufgegangen, und ein frühlingshafter Tag sollte beginnen. Zu meiner "Kraftlosigkeit" gesellten sich jetzt auch noch Schmerzen am rechten großen Zeh. Ich hatte die ganze Zeit den Schmerz "ignoriert" aber langsam wurden die Schmerzen nicht nur lästig. Zum Glück war ich hier bereits bei Pieterlen und zum Ziel durften es nur noch ca. 7 KM sein.  Die allerletzte "Steigung" und dann geht es fast nur noch am Wald entlang bis zum heißbegehrten Ziel. ab Pieterlen stieg Norina wieder als "Zweit Coach" ein Elke konnte mich nicht so richtig aufmuntern, ich denke Sie hat schon gemerkt das mir der Lauf in diesem Jahr besonders schwer gefallen ist. Zum Glück war ich nicht der einzigste den die Kraft verlassen hatte. Mittlerweile tat jeder Schritt weh, die Muskeln schrien nach einer Erholung, aber so kurz vor dem Ziel gab es für mich nur eines, weitermachen und durchhalten. KM 95 - nur noch "lächerliche 5KM zum Ziel" Nach mehreren kurzen Gehpausen und nochmaliger Verpflegung gelang es mir, die letzten 5 Kilometer durchzulaufen, nicht besonders schnell und ganz sicher nicht ästhetisch anzuschauen, aber es ging Schritt für Schritt vorwärts. Bisher war es immer so, das ich am Ziel nochmals kräftig zulegen konnte und sogar noch einige Teilnehmer überholte, dieses mal aber war ich aber einfach schlapp und kraftlos, mein Infekt hatte mich im Griff und die Schmerzen am rechten großen Zeh taten ihr restliches. Norina und Rolf begleiteten mich zum Ziel, Besucher am Rand feuerten mich an, jetzt endlich war ich am heiß ersehnten Ziel. Zieleinlauf nach 99,8 KM ........     Norina, Thomas und Rolf beim persönlichen Zielfoto Im Ziel angekommen fiel ich erst einmal meiner Frau um den Hals. Das lange Training und das Verständnis von Elke für die lange Trainingsvorbereitung hatten sich gelohnt, und Rolf und Norina hatten mich erfolgreich begleitet und mich immer wieder animiert weiter zu machen. Jetzt zog ich erst einmal meinen rechten Schuh aus um nachzusehen was da am Ho Chi Min Pfad passiert ist. Nachdem ich es gesehen hatte, war mir auch alles klar. Durch das "hängen bleiben" an der Wurzel habe ich den Zehennagel nach oben gebogen, so das er bei jedem Schritt gegen das Material vom Schuh gedrückt wurde. Dadurch bildete sich eine wirklich große Blase direkt unter dem Zehennagel. Sofort habe ich mit einer Nadel die Blase angestochen um den Druck darauf zu entlasten. schmerzhaftes aufstechen der Blase am rechten großen Zeh Wie sich später noch zeigen sollte, war das aber erst der Anfang. Im Laufe der Woche bekam ich eine schmerzhafte Nagelbettentzündung, und im Laufe der nächsten Monate verlor ich noch zwei Zehennägel. Nach dem Duschen trafen wir uns alle im Zelt um zu frühstücken, vielleicht verrückt aber gerade jetzt hatte ich so richtig Hunger auf heiße fettige Pommes, und irgendwie habe ich diese  auch genossen. Nachdem dann Andrea & Steffi ebenfalls im Ziel angekommen sind, haben wir uns für einen kleinen Plausch im Zelt getroffen. Hier wurde dann schon wieder gefachsimpelt wieso, weshalb warum...... erschöpfte "Nachbesprechung" nach dem Lauf mit Steffi und Andrea Fazit: Im Ziel bin ich wirklich am Ende meiner Kräfte. Ich hätte nicht geglaubt, das ich diesen Lauf durchhalten könnte, umso erleichterter und zufriedener kam ich am Ziel an. Diesen Erfolg habe ich ganz klar meiner Frau Elke, und meinem Coach Team Rolf & Norina zu verdanken. Sie haben mich auf den "Weg gebracht", haben an mich geglaubt und mich immer wieder animiert weiter zu machen. Für mich persönlich ist Biel ein besonders schöner Lauf, da man fast 6 Stunden im dunkeln laufen kann. Ich liebe es einfach im dunkeln bzw. in der Nacht zu laufen, den der Nachtlauf hinterlässt für mich einfach die schönsten Eindrücke und Erlebnisse. Die Zeit verfliegt so schnell, die umgebenden Geräusche, die Umrisse der Umgebung werden umso intensiver aufgenommen und verarbeitet. Die Fantasie wird im dunkeln mehr angeregt und spielt einem mal mehr oder weniger einen kleinen Streich. In der Nacht wurde es aber besonders im Wald besonders frisch, teilweise herrschten hier nur maximal  6 °C. Dieses tolle Wetter das wir bei diesem Lauf hatten war einzigartig, und ich glaube das jeder darüber froh war. Wir hatten eine wunderschöne Aussicht und Landschaft die wir genießen durften, und als kleine Belohnung konnte man am klaren Himmel die kleinen funkelnden Sterne und den Vollmond sehr schön beobachten. Den Lauf habe ich in persönlicher Bestzeit hinter mich gebracht, aber jetzt steht für mich fest, das ich eigentlich keine Wettkämpfe mehr laufen möchte, sondern das ich mich eher den Genussläufen widmen möchte. Und falls es doch mal wieder ein Wettkampf sein sollte (wie z. Bspl. hier in Biel), dann möchte ich den auf meine Art und Weise genießen. Die nächsten zwei Tage ging ich,  wie so üblich nach langen Läufen "hakelig" und "ungelenk", ziemlich jeder Schritt tat weh. Besonders nachdem ich  mal  eine kurze oder längere Zeit gesessen hatte, dann wußte ich nicht, wie ich wieder schmerzfrei "hochkommen" sollte, aber das ist der Preis für diesen Lauf ! Zur Organisation: Die Organisation hat in meinen Augen das bestmögliche aus diesem Lauf gemacht was möglich war. Schon bei den Startunterlagen, dann beim Start, bei den Verpflegungsstellen die klar aufgeteilt und hervorragend ausgestattet waren, am Ziel und bei den wirklich guten warmen Duschen -  es war ganz einfach gesagt perfekt. Auf diesem Weg möchte ich mich bei allen Helfern, die im Vorder- und Hintergrund die ganze Sache unterstützt haben und geholfen haben, recht herzlich bedanken. Den einzigen Kritikpunkt den ich schon seit 2003 bemängle ist der Zieleinlauf. Ich denke aber, das dieser Punkt auch irgendwann in den nächsten Jahren erledigt wird, denn wer möchte schon in einer "Mondlandschaft" ins Ziel einlaufen, das macht wirklich keinen Spaß !   Denkt an den 50. Bieler Lauf im Jahr 2008 !! Höhenprofil Biel 100 KM     der Dank für all die Quälerei - die neue Biel Medallie Statistik: Distanz: 100,00 KM Aufstieg (selbst gemessen - Polar S 710): 565 Meter Wasser: 0,1 Liter Tee: 0,2 Liter  Suppe: 0,8 Liter  Isotonische Geränke insgesamt: 3,8 Liter Kohlenhydrat angereichertes Wasser: 0,8 Liter Energieriegel: 2 Stück verbrauchte Energie: ca. 7.522 Kcal durchschnittl. Herzfrequenz: 152 bpm Herzschläge insgesamt während des Laufes: 92.960 Nettogewichtsabnahme: 1,0 kg eigene Zielzeit: 10:10:59,8 gemeldete Starter: ca.  2.500 Starter beim Ultramarathon: ca.  1.540 Finisher beim Ultramarathon: 1.425 erster Läufer im Ziel: 07:24:41,7 erste Läuferin im Ziel: 07:51:34,2 letzter Läufer im Ziel: 20:23:18,3
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Biel Ultramarathon - 100KM Lauf 2006 Vorbereitung zum Ultramarathon: Eigentlich wollte ich in diesem Jahr nicht in Biel starten, aber nachdem mich mein Coach Rolf so nett darum gebeten hat, da konnte ich doch nicht nein sagen. Was blieb mir also anderes übrig, als mich Monatelang auf diesen Lauf vor zubereiten. Was für mich ganz klar war, ich wollte bei diesem Lauf  unbedingt die 10 Stunden unterbieten. Soweit ich konnte (und wollte) habe ich meine Trainingseinheiten durchgezogen, aber um ehrlich zu sein, dieses mal hat mir irgendwie der innere Schweinehund gefehlt, so locker-leicht konsequent wie all die Jahre zuvor zu trainieren. Ich mußte mich regelrecht zu meinen Trainingseinheiten zwingen, und wie so oft in der Vergangenheit bei Trainingsvorbereitungen, je näher es dem Lauf zuging um so weniger "Spaß" hatte ich daran zu trainieren. Aber immer mit dem Ziel vor Augen, daß dieser Lauf  es wert ist sich zu quälen. Damit ich bei diesen Lauf auch wirklich gut durchkomme, habe ich mir extra einen eigenen speziellen Ernährungsplan zugelegt, der mich auf den Punkt genau, auf meine Höchstleistung bringen sollte. Alles war perfekt vorbereitet, meine Zielzeit von 10 Stunden war meines erachtens mit meiner Fitness und Vorbereitung zu schaffen. Aber dann kam der "Rückschlag" für mich, 10 Tage vor dem Lauf erwischte mich noch ein grippaler Infekt..... mein Trainingsplan war hinfällig, und es war nicht einmal klar, ob ich starten konnte. Mit diesem Gefühl fieberte ich dem Starttermin entgegen. Am Mittwoch, drei Tage vor dem Start Termin war für mich klar das ich starten konnte. Ich wußte aber noch nicht, ob ich die gesamte Distanz durchhalten würde. Ich war gewillt mein bestes zu geben und den Lauf so gut als möglich abzuschließen. Gedanklich war ich auch bereit, der Gesundheit wegen, frühzeitig aus dem Rennen zu "gehen", aber ich wollte es auf jeden Fall versuchen durchzukommen. Mit all diesen Gedanken trafen wir (meine liebe Frau Elke & ich) in Biel ein. Ich war überrascht was sich seit meinem letzten Lauf 2004 hier verändert hatte. Die Halle für die Unterlagen hatte sich nicht verändert, jedoch konnte man an mehreren "Ständen" seine Unterlagen abholen. Zudem waren die Massagen und die Umkleiden in der Curlinghalle nebenan, dort konnte man seine Wertsachen abgeben. Die Duschen waren jetzt außerhalb der Curlinghalle in einem entsprechendem Duschzelt untergebracht. Nachdem die Startunterlagen abgeholt waren, gingen wir zu unseren Lauf-Bekannten Steffi & Andrea (die wir beim Swiss Jura Trail 2005 kennen gelernt haben) die in Biel neben der Halle im Zelt übernachtet haben. Jetzt noch die letzte Nahrung aufnehmen und sich mental auf den Lauf vorbereiten, und darauf warten das mein Coach Team Rolf und Norina auf uns stoßen würde. Für Rolf war dies bereits die dritte Teilnahme am Bieler Lauf, er kennt die Strecke sehr gut und weiß ganz genau, wann es nötig ist mich (mental) zu unterstützen. Seine Tochter Norina hat ihn das erste Stück bis Lyss begleitet,  und sollte später wieder einsteigen. Mit dieser direkten Unterstützung und mit Elke die an allen wichtigen Verpflegungsstellen mit dem Auto anfuhr, konnte dieses Unterfangen ja kaum schief gehen, oder etwas doch ? Jetzt war es endlich bald soweit, nochmals ein kurzes Foto am Startpunkt, und dann verabschiedeten wir unsere beiden Radbegleiter die ich dann zum ersten mal erst wieder in Lyss treffen sollte. Norina, Thomas und Rolf kurz vorm Start Jetzt ging alles sehr schnell, es wurden die "üblichen" Ansagen und Danksagungen ausgesprochen und alle bereiteten sich auf den Start vor. In der ersten Reihe starteten die Eishockey Spieler von Biel, die dadurch für die Elite den Platz frei machten. Dann war es endlich soweit, pünktlich um 22:00 Uhr fiel der Startschuß zum 48 Bieler Lauf. Es waren für diese Nacht einfach ideale Bedingungen, beim Start waren es ca. 19 °C, ganz leichter Wind und ein fast Wolkenfreier Himmel mit Vollmond, schöner und besser konnte der Lauf nicht beginnen. Der Lauf Ich wußte bereits vom Lauf im Jahr 2004, das die ersten 6 Kilometer schön flach verlaufen und das ich hier Zeit gutmachen konnte. Dementsprechend habe ich es bei diesem Teilabschnitt etwas schneller angehen lassen um hier schon mal Zeit gut zu machen. Ich konnte das Tempo wirklich gut anziehen und halten. Bei KM 6 kam die erste Steigung die ich nur gegangen bin, sollten mich doch die anderen ruhig überholen, sie würden schon noch merken was sie davon haben. Wer hier sein "Pulver verschießt" wird am Ende dafür büßen, Die erste Steigung bei Bellmund Jetzt ging es hinaus auf die Feldwege, außerhalb der Städte. Hier war es angenehm frisch und das Feld der Läuferinnen und Läufer war noch richtig schön zusammen. Bis nach Lyss wo mein Coach Rolf schon auf mich wartete, waren es noch einige Kilometer. Umso mehr konnte ich die Landschaft, den Vollmond  und die Stimmung genießen. Das nächste Ziel war Aarberg mit seiner Holzbrücke, an der sehr viele nette Leute waren die einen anfeuerten und alles gute auf den Weg wünschten. Ab Lyss wurde ich von Rolf mit dem Fahrrad begleitet. Er signalisierte mir das ich eigentlich zu schnell sei, aber das hatte ich schon selbst festgestellt. Meine Frau Elke und Norina (zweiter Coach und Tochter von Rolf)  standen hier, wie auch an den anderen großen Verpflegungsstellen, um mich aufzumuntern und anzufeuern. Kurz nach Lyss Ich wußte das es jetzt gleich wieder aufwärts gehen würde, und so spulte ich meine Kilometer so gleichmäßig wie nur möglich ab. Bis jetzt ging es mir verhältnismäßig gut, aber das konnte sich bei so einem langen Lauf schlagartig ändern. Meine Frau Elke & Rolf mein Coach Elke & Norina mein "zweiter" Coach Wir näherten uns Oberramsern, dem Ausstieg für die Marathon Finisher und dem Wechsel für die Stafetten Läufer. Hier folgte der stärkste und steilste Aufstieg von ca. 180 Höhenmeter und ca. 3,5 Kilometer Länge. Während ich hier zügig hochging, eilten viele an mir vorbei und überholten mich, und was mich wieder wunderte, das waren  keine Stafettenläuferinnen und Stafettenläufer. Umso mehr konnte ich die Impressionen dieser einzigartigen Nacht genießen und "fühlen". Wenn die anderen nur wüssten was sie verpassten ! Teilweise waren in den Wäldern nur 7 °C, und obwohl ich nur kurze Hose und ein kurzes T-Shirt trug, war diese Temperatur für mich genau richtig. 50 KM - die Hälfte war geschafft Wir näherten uns dem ersten Hauptziel Kirchberg, und darauf freute ich mich ganz besonders, da direkt am Anschluß darauf mein geliebter Ho Chi Min beginnt. An der Verpflegungsstelle Kirchberg habe ich erst einmal eine kleine Rast gemacht, jetzt machte sich so langsam der grippale Infekt bemerkbar, ich fühlte mich jetzt schon ziemlich ausgepowert und matt, wie sollte das noch weitergehen ? Den Ho Chi Min Pfad muß man sich ungefähr so vorstellen: Ein Pfad, sehr dicht bewachsen so das kaum Licht (Mond oder Sonne) hindurch kommt, und dort kann man zu zweit, an wenigen Stücken zu dritt nebeneinander laufen. Was diesen Weg so "gemein" macht, er ist an den Seiten nach unten gewölbt und besitzt teilweise Grasnarben. Außerdem gibt es hier meist kaum sehbare Wurzeln der Bäume und Sträucher, und viele große und kleine Steine. Hier muß man äußerst konzentriert laufen wenn man sich nicht verletzen möchte. In all den Jahren hat es schon einige Läufer gegeben denen ein "Mißgeschick" hier Schmerzen oder sogar das Ende des Laufes bescherte, deswegen Augen auf, auf diesem Pfad ! Hier hatte ich auch mein besonderes Erlebnis. Als ich meine Lampe einschalten wollte, stellte ich fest das sie schon eingeschalten war.... das heißt ich hatte gar kein Licht. Nun ja, ich hatte ja zwei Möglichkeiten, in der absoluten Finsternis laufen, oder jemanden finden an den ich mich "anhängen" konnte. Ich lief in den Pfad hinein und hatte gleich das Glück das ein Läufer mit Lampe direkt hinter mir war. Ich ließ ihn überholen und vor mir laufen, denn durch die Schatten und das Gewackel der Lampe konnten sich meine Augen nicht richtig einstellen. Eigentlich wollte ich diesen Teil "gemütlich" laufen und dort Bilder machen, aber nun mußte ich mich an ihn anhängen und sein Tempo mithalten. Ich dachte dieses Tempo kannst Du nicht mehr lange halten, und als ob er mich gehört hatte, nahm er sein Tempo ein wenig raus, welches Glück. Immer wieder überholten uns von hier ab Stafettenläufer, und wenn diese nicht als solche gekennzeichnet gewesen wären, dann hätte mich das schon ziemlich "frustriert" einfach so locker überholt zu werden. Mittlerweile waren wir zu viert, das heißt "3 Lampenläufer" und ich. Das Glück sollte sich noch zeigen, denn so schnell konnte ich gar nicht sehen, wie ich auch schon flach lag, ich war mit meinem rechten Fuß (genauer gesagt meinem rechten Zeh) an einer Baumwurzel hängen geblieben. Ein kurzer heftiger Schmerz durchfuhr mich, meine einzige Reaktion in diesem Moment ganz schnell aufstehen und gleich wieder an die "Lampenläufer" hängen, bevor es wieder dunkel wurde. Ich merkte das irgendetwas "unangenehmes" mit dem großen Zeh war, aber ich wollte diesen dunklen Teil schnellstmöglich hinter mich bringen. Laut meinem Gefühl lief ich hier die ganze Zeit eine sanfte Steigung, die Muskeln wurden immer matter und irgendwie wollte es gar nicht mehr so richtig laufen. Mein Coach fehlte mir hier ein wenig, aber diese Strecke ist eine der wenigen bei denen die Radbegleiter verboten sind. Aus Sicht der Sicherheit ganz verständlich, obwohl ich es auch mal toll finden würde, wenn die Radbegleiter diese Strecke auch einmal kennen lernen dürften. Bei KM 74 - Ichertswill Die nächsten 8 Kilometer nachdem ich Gerlafingen hinter mir hatte, sollte die letzte nennenswerte Steigung sein. Ich war mittlerweile so ausgepowert das ich nur noch am Ziel ankommen wollte, egal wann, Hauptsache ankommen. Meinen besonderen "Tiefpunkt" hatte ich dann bei Bibern, wo es noch ein wenig steiler hochging. Hier kann nur jemand mitreden der einen so langen Lauf schon hinter sich gebracht hat.  Ich denke sonst weiß niemand wie "schmerzhaft" und anstrengend diese Steigung am Ende des Laufes sein kann. Rolf hatte schon Probleme mich "aufzumuntern", obwohl uns beiden klar war das ich diesen Lauf auf jeden Fall beenden würde, jetzt wo ich schon soweit gekommen bin. Immer öfters machte ich eine Gehpause und sehnte das Ziel herbei. Nachdem ich Arch hinter mich gebracht hatte konnte ich dem Lauf der Aare folgen. an der Brücke zur Aare - kurz nach Arch   immer schön an der Aare entlang   Mittlerweile war die Sonne aufgegangen, und ein frühlingshafter Tag sollte beginnen. Zu meiner "Kraftlosigkeit" gesellten sich jetzt auch noch Schmerzen am rechten großen Zeh. Ich hatte die ganze Zeit den Schmerz "ignoriert" aber langsam wurden die Schmerzen nicht nur lästig. Zum Glück war ich hier bereits bei Pieterlen und zum Ziel durften es nur noch ca. 7 KM sein.  Die allerletzte "Steigung" und dann geht es fast nur noch am Wald entlang bis zum heißbegehrten Ziel. ab Pieterlen stieg Norina wieder als "Zweit Coach" ein Elke konnte mich nicht so richtig aufmuntern, ich denke Sie hat schon gemerkt das mir der Lauf in diesem Jahr besonders schwer gefallen ist. Zum Glück war ich nicht der einzigste den die Kraft verlassen hatte. Mittlerweile tat jeder Schritt weh, die Muskeln schrien nach einer Erholung, aber so kurz vor dem Ziel gab es für mich nur eines, weitermachen und durchhalten. KM 95 - nur noch "lächerliche 5KM zum Ziel" Nach mehreren kurzen Gehpausen und nochmaliger Verpflegung gelang es mir, die letzten 5 Kilometer durchzulaufen, nicht besonders schnell und ganz sicher nicht ästhetisch anzuschauen, aber es ging Schritt für Schritt vorwärts. Bisher war es immer so, das ich am Ziel nochmals kräftig zulegen konnte und sogar noch einige Teilnehmer überholte, dieses mal aber war ich aber einfach schlapp und kraftlos, mein Infekt hatte mich im Griff und die Schmerzen am rechten großen Zeh taten ihr restliches. Norina und Rolf begleiteten mich zum Ziel, Besucher am Rand feuerten mich an, jetzt endlich war ich am heiß ersehnten Ziel. Zieleinlauf nach 99,8 KM ........           Norina, Thomas und Rolf beim persönlichen Zielfoto Im Ziel angekommen fiel ich erst einmal meiner Frau um den Hals. Das lange Training und das Verständnis von Elke für die lange Trainingsvorbereitung hatten sich gelohnt, und Rolf und Norina hatten mich erfolgreich begleitet und mich immer wieder animiert weiter zu machen. Jetzt zog ich erst einmal meinen rechten Schuh aus um nachzusehen was da am Ho Chi Min Pfad passiert ist. Nachdem ich es gesehen hatte, war mir auch alles klar. Durch das "hängen bleiben" an der Wurzel habe ich den Zehennagel nach oben gebogen, so das er bei jedem Schritt gegen das Material vom Schuh gedrückt wurde. Dadurch bildete sich eine wirklich große Blase direkt unter dem Zehennagel. Sofort habe ich mit einer Nadel die Blase angestochen um den Druck darauf zu entlasten. schmerzhaftes aufstechen der Blase am rechten großen Zeh Wie sich später noch zeigen sollte, war das aber erst der Anfang. Im Laufe der Woche bekam ich eine schmerzhafte Nagelbettentzündung, und im Laufe der nächsten Monate verlor ich noch zwei Zehennägel. Nach dem Duschen trafen wir uns alle im Zelt um zu frühstücken, vielleicht verrückt aber gerade jetzt hatte ich so richtig Hunger auf heiße fettige Pommes, und irgendwie habe ich diese  auch genossen. Nachdem dann Andrea & Steffi ebenfalls im Ziel angekommen sind, haben wir uns für einen kleinen Plausch im Zelt getroffen. Hier wurde dann schon wieder gefachsimpelt wieso, weshalb warum...... erschöpfte "Nachbesprechung" nach dem Lauf mit Steffi und Andrea Fazit: Im Ziel bin ich wirklich am Ende meiner Kräfte. Ich hätte nicht geglaubt, das ich diesen Lauf durchhalten könnte, umso erleichterter und zufriedener kam ich am Ziel an. Diesen Erfolg habe ich ganz klar meiner Frau Elke, und meinem Coach Team Rolf & Norina zu verdanken. Sie haben mich auf den "Weg gebracht", haben an mich geglaubt und mich immer wieder animiert weiter zu machen. Für mich persönlich ist Biel ein besonders schöner Lauf, da man fast 6 Stunden im dunkeln laufen kann. Ich liebe es einfach im dunkeln bzw. in der Nacht zu laufen, den der Nachtlauf hinterlässt für mich einfach die schönsten Eindrücke und Erlebnisse. Die Zeit verfliegt so schnell, die umgebenden Geräusche, die Umrisse der Umgebung werden umso intensiver aufgenommen und verarbeitet. Die Fantasie wird im dunkeln mehr angeregt und spielt einem mal mehr oder weniger einen kleinen Streich. In der Nacht wurde es aber besonders im Wald besonders frisch, teilweise herrschten hier nur maximal  6 °C. Dieses tolle Wetter das wir bei diesem Lauf hatten war einzigartig, und ich glaube das jeder darüber froh war. Wir hatten eine wunderschöne Aussicht und Landschaft die wir genießen durften, und als kleine Belohnung konnte man am klaren Himmel die kleinen funkelnden Sterne und den Vollmond sehr schön beobachten. Den Lauf habe ich in persönlicher Bestzeit hinter mich gebracht, aber jetzt steht für mich fest, das ich eigentlich keine Wettkämpfe mehr laufen möchte, sondern das ich mich eher den Genussläufen widmen möchte. Und falls es doch mal wieder ein Wettkampf sein sollte (wie z. Bspl. hier in Biel), dann möchte ich den auf meine Art und Weise genießen. Die nächsten zwei Tage ging ich,  wie so üblich nach langen Läufen "hakelig" und "ungelenk", ziemlich jeder Schritt tat weh. Besonders nachdem ich  mal  eine kurze oder längere Zeit gesessen hatte, dann wußte ich nicht, wie ich wieder schmerzfrei "hochkommen" sollte, aber das ist der Preis für diesen Lauf ! Zur Organisation: Die Organisation hat in meinen Augen das bestmögliche aus diesem Lauf gemacht was möglich war. Schon bei den Startunterlagen, dann beim Start, bei den Verpflegungsstellen die klar aufgeteilt und hervorragend ausgestattet waren, am Ziel und bei den wirklich guten warmen Duschen -  es war ganz einfach gesagt perfekt. Auf diesem Weg möchte ich mich bei allen Helfern, die im Vorder- und Hintergrund die ganze Sache unterstützt haben und geholfen haben, recht herzlich bedanken. Den einzigen Kritikpunkt den ich schon seit 2003 bemängle ist der Zieleinlauf. Ich denke aber, das dieser Punkt auch irgendwann in den nächsten Jahren erledigt wird, denn wer möchte schon in einer "Mondlandschaft" ins Ziel einlaufen, das macht wirklich keinen Spaß !   Denkt an den 50. Bieler Lauf im Jahr 2008 !! Höhenprofil Biel 100 KM     der Dank für all die Quälerei - die neue Biel Medallie Statistik: Distanz: 100,00 KM Aufstieg (selbst gemessen - Polar S 710): 565 Meter Wasser: 0,1 Liter Tee: 0,2 Liter  Suppe: 0,8 Liter  Isotonische Geränke insgesamt: 3,8 Liter Kohlenhydrat angereichertes Wasser: 0,8 Liter Energieriegel: 2 Stück verbrauchte Energie: ca. 7.522 Kcal durchschnittl. Herzfrequenz: 152 bpm Herzschläge insgesamt während des Laufes: 92.960 Nettogewichtsabnahme: 1,0 kg eigene Zielzeit: 10:10:59,8 gemeldete Starter: ca.  2.500 Starter beim Ultramarathon: ca.  1.540 Finisher beim Ultramarathon: 1.425 erster Läufer im Ziel: 07:24:41,7 erste Läuferin im Ziel: 07:51:34,2 letzter Läufer im Ziel: 20:23:18,3
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